Künstliche Intelligenz und grosse Sprachmodelle basieren auf massiver Datensammlung. Crawler durchsuchen das Internet systematisch nach Texten, um diese als Trainingsdaten zu nutzen. Für viele Webseitenbetreiber und Künstler ist dies problematisch, da ihre Inhalte ohne explizite Zustimmung für KI-Training verwendet werden.
Ein Designerduo hat nun eine kreative technische Lösung entwickelt: eine Schriftart namens Shieldfont, die speziell dafür konzipiert ist, KI-Crawler zu stören. Die Schrift funktioniert nach einem einfachen, aber cleveren Prinzip. Sie rendert Texte so, dass sie für das menschliche Auge normal und lesbar aussehen, aber für optische Zeichenerkennung (OCR) und Text-Extraction-Systeme, die von KI-Crawlern verwendet werden, verfälschte oder unlesbare Zeichen produziert.
Das Resultat ist, dass KI-Trainingssysteme, die den Text extrahieren wollen, ungenaue oder fehlerhaft interpretierte Daten erhalten. Dies erschwert es dem Crawler erheblich, brauchbare Trainingsdaten zu gewinnen. Gleichzeitig bemerken normale Webseitenbesucher nichts von dieser Manipulation, der Text ist für sie völlig normal lesbar.
Dies ist besonders interessant für Website-Betreiber, Künstler und Content-Creator, die verhindern möchten, dass ihre Arbeiten ungefragt für KI-Systeme verwendet werden. Allerdings gibt es auch Bedenken zur Barrierefreiheit, da die Schrift unter Umständen auch Unterstützungssoftware für Menschen mit Sehbehinderungen verwirren könnte.
Für KMU, die ihre Website-Inhalte schützen möchten, ist Shieldfont ein experimenteller Ansatz. Es sollte aber bewusst getestet werden, ob es Auswirkungen auf Barrierefreiheit und SEO hat, bevor es grossflächig eingesetzt wird.
