Threema ist ein Schweizer Messaging-Dienst mit Sitz in Zürich, der sich auf Datenschutz und Verschlüsselung konzentriert. Viele Unternehmen und Privatpersonen nutzen Threema als sichere Alternative zu anderen Messaging-Plattformen, weil der Dienst höchste Datenschutzstandards erfüllt und keine Metadaten speichert. Threema gilt als besonders sicherheitsbewusst und ist beliebt in Branchen mit erhöhten Sicherheitsanforderungen.
Am Dienstag wurde Threema Opfer einer DDoS-Attacke (Distributed Denial of Service). Dabei wird ein Service mit massiv vielen Anfragen von vielen verschiedenen Quellen überflastet, bis er zusammenbricht. Im Fall von Threema richtete sich die Attacke nicht direkt gegen Threemas eigene Infrastruktur, sondern gegen einen externen Dienstleister, der für Threema Services bereitstellt. Dies führte dazu, dass der Messaging-Dienst für viele Nutzer stundenlang nicht erreichbar war oder nur stark eingeschränkt funktionierte.
Das Problem ist besonders ärgerlich für berufliche Nutzer: Viele Unternehmen verlassen sich auf Threema für interne Kommunikation und den Kundenkontakt. Ein mehrstündiger Ausfall kann geschäftliche Prozesse erheblich beeinträchtigen. Besonders kritisch ist es, wenn die Ausfälle sich wiederholen, wie in diesem Fall: Auch am Mittwoch setzen sich die DDoS-Angriffe fort.
Aus technischer Sicht zeigt dieser Vorfall ein grundlegendes Problem: Auch wenn ein Dienst selbst hochgradig sicher und zuverlässig ist, kann die Ausfallsicherheit durch externe Abhängigkeiten kompromittiert werden. Threema nutzt externe Dienstleister für bestimmte Funktionen, und wenn diese angegriffen werden, leidet der gesamte Dienst darunter.
Für Unternehmen, die Messaging-Services einsetzen, ist dies ein wichtiger Lernpunkt: Bei der Bewertung und Nutzung von Kommunikationslösungen sollte nicht nur die Sicherheit der Daten, sondern auch die Verfügbarkeit und Ausfallsicherheit bedacht werden. Redundante Systeme, Failover-Mechanismen und klare Service-Level-Agreements sind wichtig. Threema arbeitet daran, die Angriffe abzuwehren und Massnahmen gegen zukünftige Attacken zu verstärken.
