Wer aktuell einen neuen Server, ein Notebook oder schlicht mehr Arbeitsspeicher beschaffen will, merkt es bereits an der Rechnung: Speicher ist in den letzten Monaten spürbar teurer geworden. Der Grund dafür liegt diesmal nicht in einer klassischen Lieferkettenkrise, sondern in einer Verschiebung, die direkt mit dem aktuellen KI-Boom zusammenhängt.
Was gerade passiert
Die grossen Speicherhersteller investieren einen wachsenden Teil ihrer Fertigungskapazität in Speicher für KI-Beschleuniger – insbesondere in High-Bandwidth-Memory (HBM), das in den Grafikkarten grosser KI-Rechenzentren verbaut wird. Diese Chips sind aufwendiger in der Herstellung und deutlich profitabler als klassischer Arbeitsspeicher (DDR4/DDR5) oder NAND-Flash-Speicher für SSDs – entsprechend attraktiv ist es für die Hersteller, Kapazitäten dorthin zu verschieben.
Die Folge: Für klassischen Arbeitsspeicher und SSD-Speicher bleibt anteilig weniger Fertigungskapazität übrig. Angebot und Nachfrage geraten aus der Balance – mit spürbaren Preisaufschlägen bei RAM- und SSD-Modulen, die inzwischen auch bei Distributoren und in unseren eigenen Beschaffungsanfragen ankommen.
Warum das auch Sie als KMU betrifft
Man könnte meinen, das sei ein Thema für Hyperscaler und Grosskonzerne – ist es aber nicht. Wer als KMU regelmässig Notebooks ersetzt, einen Server aufrüstet oder ein neues Storage-System plant, spürt die höheren Bauteilpreise direkt im Angebot. Auch Geräte, die scheinbar nichts mit KI zu tun haben, sind betroffen, weil letztlich alle auf denselben globalen Märkten für Speicherchips einkaufen.
Was wir Ihnen empfehlen
- Frühzeitig planen – anstehende Hardware-Beschaffungen nicht auf die lange Bank schieben, sondern Budget und Zeitpunkt bewusst vorziehen
- Lebenszyklen verlängern, wo sinnvoll – nicht jedes Gerät muss sofort ersetzt werden, ein gut gepflegtes System hält oft länger als gedacht
- Speicherbedarf realistisch dimensionieren – wir helfen Ihnen, genau so viel RAM und Storage einzuplanen, wie tatsächlich gebraucht wird, statt teuer auf Vorrat einzukaufen
- Uns früh einbeziehen – bei grösseren Beschaffungen lohnt sich eine kurze Absprache, bevor Budgets fix zugesagt werden
Wir beobachten die Marktlage für Sie laufend und beraten Sie gerne, wie sich Ihre nächste Hardware-Beschaffung trotz angespannter Speichermärkte planbar und wirtschaftlich gestalten lässt.
Ihr Richard Hajfler
