Die digitale Sicherheit an internationalen Grenzen wird zunehmend zu einem Thema, das sowohl Reisende als auch Unternehmen betrifft. Offizielle Stellen haben einen deutlichen Anstieg bei der Überprüfung von tragbaren elektronischen Geräten an den Grenzen der USA beobachtet.
Die US-Grenzbehörde für Zoll und Grenzschutz (CBP) führt bei Einreisenden regelmässig Inspektionen von Smartphones, Tablets und Laptops durch. Diese Inspektionen sind Teil der Standard-Sicherheitsvorkehrungen, können aber tiefgreifende Konsequenzen haben, da Geräte vorübergehend konfisziert, durchsucht und teilweise sogar Daten extrahiert werden können. Statistiken zeigen, dass die Anzahl dieser Überprüfungen in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen ist und der Rekordwert von 2025 übertroffen werden dürfte.
Dieses Phänomen wirft wichtige Fragen zum Schutz von Geschäftsdaten und Betriebsgeheimnissen auf. Unternehmen müssen sich bewusst sein, dass vertrauliche Informationen auf persönlichen oder beruflichen Geräten bei Auslandsreisen potenziell Einsichtnahmen ausgesetzt sind. Das betrifft nicht nur Einzelpersonen, sondern insbesondere Mitarbeiter von Unternehmen, die mit sensiblen Geschäftsdaten, Quellcode, Kundenlisten oder internen Dokumentationen reisen.
Für KMU ist dies ein relevantes Compliance- und Sicherheitsrisiko. Mitarbeiter, die regelmässig in die USA reisen, sollten sich bewusst sein, dass ihre Geräte überprüft werden können. Eine angemessene Strategie könnte sein, geschäftskritische Daten auf Auslandsreisen zu minimieren, tragbare Geräte zu verschlüsseln und nur die nötigsten Informationen mitzunehmen. Einige Unternehmen vergeben für solche Reisen separate "Clean"-Geräte, die nach der Reise neu eingerichtet werden. Zudem sollte die Datenschutzrichtlinie Richtlinien enthalten, wie Mitarbeiter mit solchen Situationen umgehen und welche Daten überhaupt auf Reisegeräten gespeichert sein dürfen.
