Cyber- und Drohnenoperationen verschwimmen zunehmend in modernen Konflikten. Im Ukraine-Krieg zeigt sich dies deutlich am Beispiel von Yandex, Russlands grösstem Internetunternehmen und Cloud-Anbieter.
Ukrainische Drohnenangriffe haben mehrere Rechenzentren von Yandex gezielt angegriffen. Die Beschädigungen sind erheblich und führten zu weitreichenden Ausfällen von Cloud-Services, E-Mail-Diensten und anderen digitalen Infrastrukturen. Für millionen Nutzer in Russland und benachbarten Ländern hatte dies praktische Konsequenzen: wichtige Online-Dienste waren erreichbar, Daten konnten nicht abgerufen werden.
Infrastruktur-Angriffe dieser Art sind strategisch bedeutsam. Rechenzentren sind zentrale Knoten digitaler Ökosysteme. Ein Angriff auf Yandex schwächt nicht nur das Unternehmen selbst, sondern auch alle Organisationen und Individuen, die auf dessen Dienste angewiesen sind. Das reicht von privaten Nutzern bis zu Behörden und Unternehmen.
Für Schweizer KMUs ist dieser Vorfall eine Mahnung zum Nachdenken über Resilienz und geografische Diversifikation von IT-Ressourcen. Die Erkenntnis: zentrale nationale oder regionale Infrastrukturen können durch physische und digitale Anschläge beeinträchtigt werden. Eine gute Geschäftskontinuitätsstrategie sollte mehrere Standorte, verschiedene Anbieter und lokale Backup-Kapazitäten vorsehen, um nicht anfällig für solche Szenarien zu werden.
Der Fall zeigt auch die Bedeutung von Cloud-Diversifikation und die Notwendigkeit, nicht zu sehr von einem Single-Provider abhängig zu sein. Geopolitische Spannungen können jederzeit zu Ausfällen führen, die nicht technisch bedingt sind.
