Infineon, einer der weltweit führenden Halbleiterhersteller, baut seine Produktionskapazitäten in Asien deutlich aus. Mit der Eröffnung und Expansion eines neuen Backend-Fertigungswerks in Samut Prakan bei Bangkok investiert das Unternehmen massiv in die Fertigung von Computerchips. Diese Anlage soll zur weltgrössten Backend-Produktionsstätte von Infineon werden.
Backend-Fertigung ist der letzte Schritt der Chipproduktion: Dabei werden die eigentlichen Halbleiter-Die auf Träger montiert, verbunden und in ihre finale Form gebracht. Diese Prozesse sind arbeitsintensiv und profitieren oft von Standorten mit entsprechenden Fachkräften und Kostenstrukturen. Thailand ist ein etablierter Standort für solche Arbeiten.
Infineon baut diese Kapazität aus, um auf zwei wichtige Marktentwicklungen zu reagieren. Erstens ist die Nachfrage nach Halbleitern für KI-Rechenzentren und Server explodiert. Grosse Tech-Konzerne bauen Infrastruktur für Large Language Models und andere KI-Anwendungen auf. Zweitens treibt die Elektromobilität den Bedarf nach Automotive-Chips und Leistungselektronik in die Höhe. E-Auto-Hersteller und Zulieferer benötigen immer mehr spezialisierte Halbleiter.
Mit dieser Expansion sichert Infineon sich eine starke Position auf diesen Wachstumsmärkten. Für Unternehmen, die auf spezialisierte Infineon-Chips angewiesen sind, könnte dies langfristig zu besserer Verfügbarkeit und potenziell stabileren Preisen führen. Allerdings zeigt dies auch, dass der Halbleitermarkt noch lange unter Knappheit leiden wird, wenn selbst grosser Hersteller weiterhin massiv in Kapazitätserweiterungen investieren müssen.
