Die Frage, ob Adobe Photoshop durch Open-Source-Alternativen verdrängt werden kann, wird immer drängender. Golem hat mehrere Photoshop-Klone unter die Lupe genommen und auf verschiedenen Betriebssystemen getestet, darunter macOS, Windows und Linux.

Das Ergebnis ist differenziert: Die getesteten Alternativen zeigen teilweise beeindruckende Funktionalität. Viele der Open-Source- oder kostengünstigen Lösungen haben in den letzten Jahren grosse Fortschritte gemacht. Sie bieten viele der gängigsten Bildbearbeitungsfunktionen, die auch von KMU-Grafik-Abteilungen und freiberuflichen Designern regelmässig genutzt werden: Ebenen-Management, Retusche-Werkzeuge, Filter, Auswahl und Transformationen.

Allerdings zeigten sich auch Grenzen. Die Stabilität und Fehlertoleranz der Klone ist teilweise noch nicht auf dem Niveau von Photoshop. Auch die Vielseitigkeit ist noch nicht vollständig. Professionelle Designer, die spezialisierte Plugins, präzise Farbverwaltung oder spezifische High-End-Funktionen benötigen, werden sich weiterhin für das Original entscheiden.

Für KMU-Betriebe ist dies aber eine relevante Erkenntnis: Wer keine Spezialist-Grafikarbeiten durchführt, könnte durchaus von kostenlosen oder günstigen Alternativen profitieren. Die Amortisierungsrechnung verschiebt sich: Eine Adobe Creative Cloud kostet mehrere hundert Franken pro Jahr, während Open-Source-Alternativen kostenlos sind. Für kleinere Unternehmen, die gelegentliche Bildbearbeitung brauchen, kann das eine echte Kostenersparnis bedeuten. Allerdings sollten Teams realistische Erwartungen haben und die Tools vor einem Produktiveinsatz ausreichend testen. Eine schrittweise Migration während eines Projektes ist riskant, besser ist eine bewusste Evaluation und Pilot-Phase.