Die Europäische Kommission verschärft ihre Überwachung der führenden KI-Entwickler. Nachdem OpenAI und Anthropic nur mangelhaft auf Informationsanfragen reagiert hatten, hat die Brüsseler Behörde nun ein förmliches Ermittlungsverfahren eingeleitet. Im Fokus steht ein Sicherheitsvorfall bei der Plattform Hugging Face, wo sensible Daten exponiert waren.
Der Schritt markiert eine Eskalation in der europäischen Regulierung von Künstlicher Intelligenz. Die EU-Kommission nutzt ihre Befugnisse aus dem KI-Act, um Compliance durchzusetzen. Während die beiden Unternehmen zunächst freiwillig Auskunft geben sollten, reichte die Substanz ihrer Antworten nicht aus. Das offizielle Verfahren ermöglicht es der Behörde nun, bindende Auskünfte zu fordern und bei Nichtbefolgung Bussgelder zu verhängen.
Das Verfahren betrifft grundsätzliche Fragen: Wie gehen KI-Anbieter mit Datenschutz um? Welche Sicherheitsmassnahmen sind Stand der Technik? Sind die Systeme transparent genug? Der KI-Act verpflichtet grosse KI-Modell-Anbieter zu Risikobewertungen, Dokumentation und teilweise zu Tests vor dem Einsatz.
Für Unternehmen in der EU und der Schweiz ist dies relevant: Die europäische Regulierung setzt Standards, an die sich auch Schweizer KMU richten werden, wenn sie KI-Dienste nutzen oder bereitstellen. Ein rigoroses Compliance-Regime in Europa dürfte auch Auswirkungen auf die Geschäftspraktiken dieser Anbieter weltweit haben. Unternehmen sollten verstärkt auf Datenschutz und Sicherheit bei KI-Werkzeugen achten.
