Ein raffierter Angriff auf bestimmte Hardware-Wallet-Modelle ist aufgedeckt worden: Cyberkriminelle haben die Geräte mit versteckten eSIM-Chips ausgestattet, um Zugriff auf die Bildschirminhalte und damit auf private Schlüssel zu erhalten. Nach aktuellen Berechnungen sollen dadurch über 100 Millionen US-Dollar in Kryptowährung entwendet worden sein.
Hardware-Wallets gelten als eine der sichersten Methoden, um Kryptowährungen zu speichern, da die privaten Schlüssel lokal auf dem Gerät verbleiben und nicht mit dem Internet verbunden sind. Allerdings sind diese Geräte physischen Angriffen ausgesetzt, falls der Lieferkette nicht vollständig vertraut werden kann.
Die manipulierten Wallets wurden offenbar bereits mit der eSIM verkauft, was bedeutet, dass Angreifer:innen die Lieferkette kompromittiert haben oder böswillig tätige Mitarbeitende in der Produktion involviert sind. Sobald ein Nutzer einen privaten Schlüssel in das manipulierte Gerät eingab, konnte es von den Angreifern via Mobilfunknetz ausgelesen werden. Dies ist eine Kombination aus Lieferkettenmanipulation und klassischem Diebstahl digitaler Vermögenswerte.
Für KMUs und Privatpersonen, die mit Kryptowährungen arbeiten, ist dieser Vorfall ein Weckruf: Selbst auf physischer Sicherheit basierende Lösungen können kompromittiert werden. Die Implikationen reichen über Kryptowährungen hinaus bis zu anderen Geräten mit sicherheitskritischen Funktionen, wie beispielsweise Hardware Security Modules oder Kartenleser.
Das Vertrauen in die Lieferkette ist fundamental. Unternehmen sollten ihre Hardware-Beschaffung kritisch überprüfen und wenn möglich nur von etablierten, verifizierten Lieferanten mit bekanntem Qualitätskontrollprozess einkaufen. Bei sensiblen Geräten empfiehlt sich zusätzlich eine Prüfung der Geräte durch unabhängige Sicherheitsforscher:innen, bevor diese in Produktion gehen.
