Das deutsche Verkehrsministerium hat ein ehrgeiziges Infrastruktur-Projekt in Angriff genommen: Der flächendeckende Ausbau von 5G-Mobilfunk entlang der Bahnstrecken Deutschlands. Dies soll der neuen Bahnfunk-Technologie FRMCS (Future Railway Mobile Communication System) den Weg bereiten, die modernen Bahnsystemen zugrunde liegt.
Die technische Herausforderung ist erheblich. Bahnstrecken durchziehen die ganze Bundesrepublik, auch über hunderte Kilometer hinweg. Um durchgängig Mobilfunk-Abdeckung zu schaffen, sind viele neue Funkmasten nötig. Diese zu planen, zu bauen und zu betreiben ist kostspielig. Das Verkehrsministerium hat daher ein innovatives Finanzierungsmodell entwickelt: Der Staat wird die Mastinfrastruktur finanzieren und errichten lassen. Die Telekommunikations-Betreiber wie Telekom, Vodafone, Telefónica und 1&1 werden dann die Netzwerk-Technologie installieren und betreiben.
FRMCS ist eine spezialisierte Mobilfunkversion, entwickelt speziell für Schienenverkehr. Sie soll Züge, Bahnsteige und Leitstellenverkehr miteinander verbinden, sicherer machen und Dienste wie Echtzeitinformation ermöglichen. Dies ist ein grosser Schritt gegenüber älteren proprietären Funk-Systemen.
Das Modell hat strategischen Charakter. Die Telekommunikations-Betreiber würden erhebliche Investitionskosten sparen, wenn sie die Masten nicht selbst bauen müssen. Dies macht das Projekt wirtschaftlich attraktiv für sie. Gleichzeitig behält der Staat durch die Finanzierung der Infrastruktur strategische Kontrolle über diese kritische Ressource.
Für IT-Dienstleister und Verkehrsunternehmen relevant ist, dass dies Chancen für neue Dienste schafft. Mit flächendeckender 5G-Abdeckung entlang der Bahnstrecken werden Anwendungen möglich, die heute nicht praktikabel sind: Automatisierte Fahrensysteme, erweiterte Fahrgast-Services, Echtzeitlogistik und digitale Fernwartung.
Das Projekt zeigt auch einen wichtigen Trend: Infrastruktur wird zunehmend als strategische Frage betrachtet, bei der Staat und Privatwirtschaft partnerschaftlich zusammenarbeiten. Dies ist besonders im Verkehr und im digitalen Bereich zu sehen. KMUs sollten verstehen, dass solche Infrastruktur-Projekte Chancen für Dienstleistungen und Lösungen schaffen, die auf dieser verbesserten Konnektivität aufbauen.
