Der Boom rund um künstliche Intelligenz führt zu beispiellosen Investitionen in Infrastruktur, Rechenzentren und Chips. Tech-Riesen wie OpenAI, Google DeepMind und andere Akteure planen Milliardeninvestitionen, um die notwendigen Rechenzentren und Computersysteme für Training und Betrieb von KI-Modellen zu bauen. Eine aktuelle ökonomische Studie wirft jedoch Warnsignale auf.
Der Ökonom Stijn van Nieuwerburgh von der Columbia Business School hat die Finanzierungslandschaft der KI-Expansion untersucht. Seine zentrale Erkenntnis: Ein grosser Teil dieser Investitionen wird durch Fremdkapital, also Kreditaufnahme, finanziert, anstatt durch Eigenkapital der Investoren. Dies ist finanziell problematisch, wenn es zu grosse Dimensionen annimmt.
Solange die KI-Technologien schnell profitabel werden und hohe Renditen generieren, funktioniert das Modell. Die Schulden können bedient und zurückgezahlt werden. Wenn jedoch das Wachstum verlangsamt, die Profitabilität sinkt oder neue Technologien schneller veralten als erwartet, kann diese Schuldenstruktur zum Problem werden. Unternehmen könnten unter Druck geraten, ihre Schulden zu bedienen, während die erwarteten Erträge ausbleiben.
Dies hätte breitere Auswirkungen. Ein Finanzierungskollaps in der KI-Industrie könnte Schockwellen durch die Wirtschaft schicken, besonders wenn grosse Technologie-Unternehmen involviert sind. Arbeitsplätze könnten abgebaut werden, Investitionen könnten gestoppt werden, und die Expansion könnte sich deutlich verlangsamen.
Für KMU-IT-Dienstleister ist dies relevant, weil Investitionen in KI-Tools und Infrastruktur davon abhängen, dass die Märkte stabil bleiben. Ein Finanzierungskollaps könnte KI-Services verteuern, deren Verfügbarkeit verringern oder sogar dazu führen, dass manche Anbieter vom Markt verschwinden.
Die Studie ist auch ein Reminder, dass die KI-Industrie ein hochgradig kapitalintensiver Sektor ist, dessen Geschäftsmodelle noch nicht vollständig proven sind. Während die Technologie beeindruckend ist, darf nicht vergessen werden, dass dahinter eine riesige ökonomische Maschinerie steht. Vorsicht und differenzierte Strategien sind geboten, wenn man in diesem Ökosystem agiert.
