Die europäische Initiative EuroHPC baut einen neuen Supercomputer namens Lumi-AI in Finnland. Das System wird Tausende von hochperformanten Prozessoren nutzen und eine Rechenleistung im Exascale-Bereich erreichen. Anders als frühere europäische Supercomputer wird Lumi-AI speziell auf Künstliche Intelligenz und Machine-Learning-Anwendungen optimiert.

Das Projekt nutzt Prozessoren und Beschleuniger von AMD, nicht von NVIDIA. Dies ist eine bewusste Strategie der EuroHPC, um die europäische Unabhängigkeit in der Halbleitertechnologie zu stärken. AMD hat mit seinen EPYC-Prozessoren und MI-Beschleunigern konkurrenzfähige Lösungen für HPC und KI-Computing entwickelt. Mit Lumi-AI soll die Viabilität dieser Technologien für europäische Forschung und Industrie demonstriert werden.

Der zeitliche Rahmen ist ehrgeissig: Das System soll 2027 vollständig einsatzbereit sein. Das gibt europäischen Forschungsinstitutionen, Universitäten und Unternehmen eine nationale Infrastruktur für KI-Forschung und Entwicklung. Länder mit eigener Supercomputer-Infrastruktur haben Vorteile bei der Forschung, bei der Ausbildung von Talenten und bei der Industrialisierung von KI-Technologien.

Für KMU und Unternehmen in der Schweiz und in anderen europäischen Ländern ist dies relevant, weil es die verfügbaren Forschungsressourcen erweitert. Viele KMU können sich eigene Hochleistungs-Rechenzentren nicht leisten, profitieren aber von Zugang zu nationalen oder europäischen Gemeinschaftsressourcen. Lumi-AI wird solche Ressourcen bereitstellen, voraussichtlich zu günstigeren Kosten als kommerzielle Cloud-Angebote. Zudem unterstreicht das Projekt die europäischen Anstrengungen, technologische Souveränität in kritischen Bereichen wie KI und Halbleitern zu erreichen.