Kaspersky, einer der weltweit grössten Anbieter von Cybersecurity-Lösungen, hat mit erheblichen Systemausfällen zu kämpfen. Seit dem Wochenende funktionieren viele Kaspersky-Produkte gar nicht mehr oder nur noch in eingeschränktem Umfang. Betroffene Nutzer können Malware-Scans nicht durchführen, Updates lassen sich nicht herunterladen, und Cloud-basierte Schutzsysteme sind offline.

Besonders auffällig ist der zeitliche Zusammenhang: Die Kaspersky-Störung fällt mit Angriffen auf andere russische Rechenzentren zusammen, insbesondere auf die Infrastruktur des Cloud-Providers und Suchmaschinen-Betreibers Yandex. Das deutet darauf hin, dass es sich um koordinierte Cyberangriffe auf kritische russische IT-Infrastruktur handeln könnte. Ob Kaspersky das Ziel einer direkten Attacke war oder als Kollateralschaden von Angriffen auf benachbarte Systeme betroffen ist, ist noch nicht eindeutig geklärt.

Ein solcher Ausfall bei einem globalen Sicherheitssoftware-Anbieter hat Auswirkungen auf Millionen von Nutzern weltweit. Unternehmen, die auf Kaspersky-Produkte verlassen, sind temporär ohne Schutz, Endpoint-Detection-and-Response-Systeme funktionieren nicht, und Bedrohungsdaten werden nicht aktualisiert.

Für Unternehmen, die Kaspersky-Lösungen einsetzen, ist das ein Weckruf. Solche Ausfälle zeigen die Notwendigkeit von Redundanz in der IT-Sicherheit: Es ist sinnvoll, nicht ausschliesslich auf einen Security-Vendor zu verlassen. Eine Kombination verschiedener Sicherheitstools und Anbieter, eine starke Netzwerk-Segmentierung und regelmässige Offline-Backups helfen, die Auswirkungen von Ausfällen zu minimieren. Zudem sollten Teams für den Fall des Falles auf manuelle Sicherheitsüberprüfungen vorbereitet sein.