Halbleiterfertigung in Deutschland macht Fortschritt: Globalfoundries hat die Entwicklung eines neuen Fertigungsprozesses in Dresden gestartet, der unter dem Namen FDX Fusion bekannt ist. Das Verfahren verspricht 7-Nanometer-Leistung und könnte eine Alternative zu den dominierenden asiatischen Produktionsmethoden darstellen.

Das Besondere am FDX-Fusion-Prozess liegt in seinem technologischen Ansatz. Während die Chipindustrie in den letzten Jahren zunehmend auf komplexe und energieintensive Architektur-Modelle setzte, beweist Globalfoundries, dass planare Transistoren noch lange nicht am Ende ihrer Entwicklung angekommen sind. Planare Transistoren sind einfacher herzustellen und verbrauchen weniger Energie als die FinFET- oder GAA-Strukturen der Konkurrenz. Diese Herangehensweise könnte für bestimmte Anwendungen wirtschaftlicher sein.

Der Kontext ist politisch relevant: Die Europäische Union hat die Halbindustrie als strategischen Sektor erkannt. Mit dem European Chips Act wurden Milliarden investiert, um die europäische Produktion auszubauen. Globalfoundries ist ein wichtiger Akteur in dieser Strategie. Das Unternehmen betreibt bereits Fabriken in den USA und könnte mit dem Dresden-Projekt einen bedeutenden europäischen Produktionsstandort schaffen.

FDX Fusion richtet sich nicht primär an Hochleistungs-Consumer-Chips wie Grafikkarten oder Gaming-Prozessoren, sondern an industrielle und automotive Anwendungen. Hier zählen Zuverlässigkeit, Energieeffizienz und Kostenoptimierung oft mehr als absolute Leistung. Elektrofahrzeuge, medizinische Geräte, IoT-Systeme und Industrieautomatisierung sind Zielbereich.

Forscher arbeiten bereits an noch feineren Fertigungsvarianten: 7-Nanometer- und 10-Nanometer-Prozesse sind in Entwicklung. Dies deutet darauf hin, dass die FDX-Technologie skalierbar ist. Die europäische Chipproduktion könnte dadurch perspektivisch unabhängiger von asiatischen Herstellern werden.

Für KMUs in Deutschland und der Schweiz bedeutet dies langfristig Chancen: Kürzere Lieferketten, lokale Verfügbarkeit kritischer Komponenten und potenziell höhere Preissicherheit könnten die Folge sein. In den nächsten Jahren wird entscheidend sein, ob die neue Technologie tatsächlich in die Massenproduktion geht.