Google hat eine neue Funktion eingeführt, die die Einstiegsbarriere für Mobile-App-Entwicklung deutlich senkt. Mit einem System namens Vibe-Coding können Nutzer durch einfache Texteingaben, sogenannte KI-Prompts, funktionsfähige Android-Apps generieren, ohne dass technische Programmierkentnisse notwendig sind. Die Nutzung ist vollständig kostenlos und erfordert nur ein Google-Konto.
Das Konzept des Vibe-Coding folgt dem Trend der niedrigschwelligen, prompt-basierten Programmierung. Ein Nutzer beschreibt in natürlicher Sprache, was die App können soll, und ein KI-Modell interpretiert diese Anforderungen und generiert entsprechenden Code sowie eine funktionsfähige Anwendung. Dies ist ein Paradigmenwechsel gegenüber traditioneller Programmierung, bei der Entwickler selbst Code schreiben müssen.
Ein wesentlicher Unterschied zu klassischen App-Entwicklungstools ist, dass die so erstellten Apps nicht über den offiziellen Google Play Store vertrieben werden müssen. Nutzer können ihre Apps direkt nutzen, teilen oder lokal verwalten, ohne sich an Googles Distributionskanal binden zu müssen. Dies demokratisiert App-Entwicklung noch stärker, da auch Kleinunternehmen und Einzelne schnell einfache, spezialisierte Apps für ihre Bedürfnisse erstellen können.
Für KMU-Dienstleister eröffnet sich eine interessante Möglichkeit: Kunden könnten, unter gewissen Umständen, auch selbst einfache interne Tools oder kundenbezogene kleine Apps entwickeln, ohne externe Entwickler engagieren zu müssen. Allerdings ist Vorsicht geboten bei komplexeren Anforderungen, hochsensiblen Daten oder Apps, die intensive Wartung und Weiterentwicklung benötigen. IT-Dienstleister sollten diese Technologie als Werkzeug für Rapid Prototyping oder einfache Use-Cases in ihrem Portfolio verstehen, nicht als Ersatz für professionelle Softwareentwicklung. Dennoch lohnt es sich, diese Entwicklung zu beobachten und eventuell Test-Szenarien mit Kunden durchzuspielen.
