Drahtlose Netzwerke sind aus modernen Unternehmen nicht wegzudenken. Regelmässig erscheinen neue WLAN-Standards mit Nummern wie Wi-Fi 6, Wi-Fi 6E oder Wi-Fi 7. Bald folgt Wi-Fi 8. Viele Anwender fragen sich, ob sie auf die neueste Generation warten sollten oder ob aktuelle Standards bereits ausreichend sind.

Das Verständnis dieser Standards ist wichtig, um Investitionsentscheidungen zu treffen. Wi-Fi Standards unterscheiden sich in mehreren Dimensionen. Da sind zum einen die theoretischen Maximalgeschwindigkeiten, die sich mit jeder Generation erhöhen. Wi-Fi 6 brachte Geschwindigkeiten von bis zu 9,6 Gigabit pro Sekunde, Wi-Fi 7 verdoppelt das etwa. Doch theoretische Maximalwerte sagen wenig über die Praxis aus.

Wichtiger sind oft andere Aspekte: Die Anzahl der gleichzeitig unterstützten Geräte, die Stabilität der Verbindung unter Last, die Latenzzeit und die Effizienz in überlasteten Funkumgebungen. Hier spielen auch Faktoren wie die Anzahl der unterstützten räumlichen Streams, die Bandbreite der verwendeten Kanäle und die Antennenkonfiguration eine Rolle.

Ein weiterer Punkt ist die praktische Verfügbarkeit von Geräten. Neue Standards sind zunächst oft teuer und nur in Premium-Produkten erhältlich. Es braucht Zeit, bis sie in Massenmarktgeräten ankommen. Ausserdem nutzt eine moderne WLAN-Installation nur so viel wie ihre schwächste Komponente: Wenn der Access Point Wi-Fi 7 unterstützt, aber der Laptop nur Wi-Fi 6, profitiert man nicht vom neuen Standard.

Für Schweizer KMUs gilt: Wi-Fi 6 (802.11ax) ist derzeit ein sehr solider Standard, der für die meisten Unternehmensanwendungen vollständig ausreichend ist. Ein Upgrade auf Wi-Fi 7 kann interessant sein, wenn die Hardware ohnehin erneuert wird und die IT-Strategie mehrere Jahre umfasst. Wi-Fi 8 abzuwarten ist in den meisten Fällen nicht nötig. Das Geld ist besser in stabile, redundante Infrastruktur und regelmässige Updates investiert als in die Jagd nach dem neuesten Standard.