Der KI-Boom verursacht einen riesigen Energiehunger. Rechenzentren mit Tausenden von Beschleunigungschips benötigen kontinuierlich Strom in Mengen, die vergleichbar mit Industriestädten sind. Um diesen Bedarf zu decken und dabei wirtschaftlich zu sein, entsteht jetzt ein ehrgeiziges Energie-Infrastruktur-Projekt.
Das Projekt kombiniert mehrere Energiequellen: Atomreaktoren für sichere Grundlast, Solaranlagen für tagsüber verfügbare erneuerbare Energie und Gasturbinen für Spitzenlast und Flexibilität. Zusammen sollen diese Quellen etwa 17 Gigawatt Leistung bereitstellen. Das ist eine Menge Strom, die etwa einer mittelgrossen Industrieregion entspricht.
Das Interessante ist die geografische Strategie: Das Projekt soll in der Prärie entstehen, wo Land billig ist, wo Solaranlagen effektiv sind und wo Raum für Expansion besteht. Dadurch können Kilowatt-Stunden günstiger produziert werden als in dicht besiedelten Regionen, was KI-Betreibern einen wirtschaftlichen Vorteil gibt.
Dies hat mehrere Implikationen: Erstens wird die KI-Infrastruktur konzentrieren und zentralisieren, nur grossen Anbietern mit Kapital wird es möglich sein, solche Projekte zu bauen. Das verstärkt Marktkonzentration bei Microsoft, Google, Meta und ähnlichen Playern. Zweitens treibt es die Energiewende voran, allerdings unter Druck: Die KI-Industrie braucht massenweise erneuerbaren Strom, was zu Investitionen in Solarpanels und neuen Energieinfrastruktur führt. Drittens werden solche Megaprojekte für kleinere Cloud-Provider und Rechenzentren ein Wettbewerbsproblem, da sie nicht mithalten können.
Für KMU bedeutet das, dass sie bei der Nutzung von Cloud-basierten KI-Services abhängig von wenigen grossen Anbietern bleiben, da die Infrastruktur-Investitionshürden sehr hoch sind.
