Einer neuen Studie zufolge geben sechs von neun analysierten Chatbots die Daten ihrer Nutzer an Werbenetzwerke und Drittanbieter weiter. Zu den betroffenen Diensten gehören ChatGPT von OpenAI, Claude von Anthropic und Gemini von Google. Diese Praktiken werfen wichtige Fragen über den Datenschutz und die Datensicherheit auf.

Das Problem liegt in der Art und Weise, wie diese Dienste ihre Geschäftsmodelle finanzieren. Viele dieser KI-Plattformen nutzen Nutzerdaten nicht nur zur Verbesserung ihrer Modelle, sondern verkaufen oder teilen diese Daten auch mit Werbetreibenden, um zusätzliche Einnahmen zu generieren. Dies geschieht oft ohne explizite Zustimmung oder mit nur oberflächlichen Datenschutzerklärungen, die viele Nutzer nicht vollständig verstehen.

Für Unternehmen ist dies besonders problematisch. Wenn Mitarbeiter diese Chatbots zur Geschäftskommunikation oder zur Verarbeitung von Geschäftsinformationen nutzen, könnten vertrauliche Daten inadvertently an Werbenetzwerke gelangen. Dies könnte nicht nur gegen Datenschutzgesetze verstossen, sondern auch Wettbewerbsinformationen oder geschützte Geschäftsgeheimnisse gefährden.

Die Auswirkungen sind bedeutend für KMUs. Ein Mitarbeiter, der einen beliebten Chatbot zur Drafterstellung oder zur Problemlösung nutzt, könnte beispielsweise versehentlich Kundeninformationen, Projektdetails oder andere sensible Daten eingeben, die dann an Werbenetzwerke weitergegeben werden. Dies verstösst gegen grundlegende Datenschutzprinzipien und könnte erhebliche rechtliche Konsequenzen haben.

IT-Sicherheitsteams sollten klare Richtlinien für die Verwendung von KI-Chatbots im Geschäftsbetrieb entwickeln und mitteilen. Dies könnte bedeuten, dass nur genehmigte, unternehmensgespeicherte oder privatere KI-Lösungen verwendet werden dürfen, insbesondere wenn es um sensible oder vertrauliche Informationen geht. Transparenz über die Datenpraktiken solcher Dienste ist entscheidend.