SAP, der globale Marktführer für Enterprise-Software, hat eine bedeutende Akquisition angekündigt: Der Kauf des belgischen Unternehmens Techwolf für Hunderte Millionen Euro. Techwolf spezialisiert sich auf die Sammlung und Analyse von Daten über Arbeitskräfte-Qualifikationen und berufliche Kompetenzen.
Die strategische Logik hinter diesem Deal ist klar: Techwolf verfügt über umfangreiche, granulare Daten über Fähigkeiten, Zertifizierungen und Berufserfahrung. Diese Daten können SAPs KI-Systemen als Trainingsdaten dienen. Mit Zugriff auf solche qualitativ hochwertigen, strukturierten Daten können KI-Modelle präziser trainiert werden, was letztendlich kleinere und effizientere Modelle ermöglicht, die auch günstiger zu betreiben sind.
Besonders interessant ist, dass Techwolf unabhängig bleiben wird und weiterhin Nicht-SAP-Kunden bedienen kann. Dies deutet auf eine offene Strategie hin: SAP möchte die Daten und Technologie von Techwolf für seine Zwecke nutzen, wünscht sich aber nicht, dass Techwolf zur reinen SAP-Tochter wird. Dies kann auch für Kunden von Techwolf beruhigend sein, sie müssen nicht befürchten, dass ihr bisheriger Dienstleister plötzlich aufgelöst wird.
Für KMU mit SAP-Installationen könnte dies bedeutsam werden. SAPs KI-Assistenten werden durch Techwolfs Daten intelligenter und kostengünstiger. Das könnte neue Anwendungsfälle eröffnen: Automatische Kompetenz-Bewertung, Personalplanung, Skill-Matching für Projektteams. Unternehmen sollten prüfen, wie diese neuen Capabilities ihren Geschäftsprozessen nutzen können. Gleichzeitig wirft dies auch Fragen zur Datenverwaltung auf: Wie werden diese Techwolf-Daten genutzt? Wie werden Datenschutz und Datensouveränität gewährleistet? KMU sollten ihre SAP-Verträge und Datenschutzrichtlinien überprüfen, um sicherzustellen, dass ihre Daten angemessen geschützt bleiben.
