Apple gerät in der Europäischen Union bei der Einführung seines neuen KI-Systems Siri in Verzug. Das Unternehmen hat sich mit den EU-Behörden noch nicht auf die regulatorischen Anforderungen einigen können, die beim Einsatz von KI-Funktionen auf geschützten Geräten gelten.

Der Hintergrund ist der europäische AI Act, ein umfassendes Regelwerk zur Regulierung von künstlicher Intelligenz. Dieses Gesetz klassifiziert KI-Systeme je nach Risikoprofil in verschiedene Kategorien und schreibt unterschiedliche Compliance-Massnahmen vor. Der geplante Siri AI von Apple muss daher grundsätzlich den AI-Act-Anforderungen entsprechen, bevor es in der EU eingeführt wird.

Das Problem liegt in der praktischen Umsetzung: Apple und die EU-Kommission sind sich noch nicht einig darüber, wie genau die neuen Siri-Funktionen auf iPhones und iPads (beides regulierte Geräte im Sinne von Datenschutz und Produktsicherheit) bereitgestellt werden dürfen. Es geht um Fragen wie Datenverarbeitung, Transparenz, Prüfbarkeit und eventuell auch um technische Schutzmassnahmen.

Berichten zufolge wird sich die Einführung um mehrere Monate verzögern. Ein realistischer Zeithorizont für die Verfügbarkeit von Siri AI in Europa liegt frühestens in mehreren Monaten. Dies steht im starken Kontrast zu anderen Märkten, wo Apple das Feature eventuell schon längst ausgerollt hat.

Dieses Szenario ist für den Tech-Markt symptomatisch: Die EU verfolgt einen regulatorisch strikten Kurs bei neuen Technologien, während andere Regionen (USA, Asien) schneller innovieren können. Das kann zu "Geofencing" führen, bei dem europäische Nutzer von neuesten Features ausgeschlossen sind, bis die Compliance geklärt ist.

Für Schweizer Unternehmen ist dies ein Anzeichen dafür, dass auch die Schweiz ähnlichen regulatorischen Trends folgen könnte. KI-Einsätze in Unternehmensumgebungen sollten daher schon heute auf Compliance mit aktuellen und absehbaren Regulierungen überprüft werden, um später teure Umstellungen zu vermeiden.