In einem klassischen Lieferkettenangriff haben Cyberkriminelle die Cloud-Backup-Lösung von ConnectWise, einem Anbieter von IT-Management-Software, kompromittiert. Dies ist besonders gefährlich, weil Backup-Lösungen Zugriff auf kritische Daten und Systeme haben und daher begehrte Ziele für Angreifer darstellen.
Der Lieferkettenangriff bedeutet, dass Angreifer nicht direkt die Kundenunternehmen angegriffen haben, sondern zuerst den Dienst des Anbieters. Von dort aus konnten sie potenziell auf hunderte von Kunden zugreifen, insbesondere auf Organisationen, die Microsoft 365 einsetzen. Dies ist eine der gefährlichsten Arten von Cyberangriffen, da eine einzige Kompromittierung Wellen von Angriffen auf viele Kunden auslöst.
Betroffen sind insbesondere Nutzer des Cloud Backups von ConnectWise, die ihre Microsoft-365-Umgebungen über diesen Dienst schützen. Angreifer könnten in diesem Fall sowohl auf die Backup-Daten selbst als auch möglicherweise auf die produktiven Systeme zugegriffen haben, falls die Sicherheitsmassnahmen zwischen Backup und Produktivsystem unzureichend waren.
Für Schweizer Unternehmen, die ConnectWise-Produkte einsetzen, ist sofortige Handlung erforderlich. Es wird dringend empfohlen, alle Microsoft-365-Konten auf ungewöhnliche Aktivitäten zu überprüfen, alle Passwörter zu ändern und die Zugriffsprotokolle der letzten Wochen zu analysieren. Zudem sollten Multi-Faktor-Authentifizierung überall wo möglich aktiviert werden.
Dieser Vorfall zeigt die Bedeutung von Zero-Trust-Architektur und kontinuierlicher Überwachung auch bei Backup- und IT-Management-Systemen. IT-Dienstleister sollten ihre Kunden aktiv unterstützen, die potenziellen Auswirkungen zu bewerten und Remediation-Massnahmen einzuleiten.
