Eine gefährliche Cyberbedrohung zielt auf Fachkräfte ab, die auf Jobsuche sind. Sicherheitsbehörden haben eine Kampagne nordkoreanischer Cyberkrimineller analysiert und benannt sie als «Contagious Interview». Die Angreifer nutzen ein perfides Vorgehen: Sie geben sich als Personalvermittler oder Recruiter aus und verwickeln IT-Fachleute in längere Bewerbungsprozesse.

Das Muster ist subtil und effektiv. Zunächst wirken die ersten Kontakte vollkommen legitim. Aber im Laufe des «Bewerbungsprozesses» bieten die Angreifer Kandidaten vermeintliche «Testaufgaben» an oder bitten um die Installation von spezieller Software. Dadurch gelangt Malware auf die Geräte der Opfer. Häufig werden die Angreifer dabei auch aktiv auf sozialen Netzwerken oder LinkedIn tätig, wo sie ein überzeugendes Profil einer Personalabteilung oder eines Tech-Unternehmens aufbauen.

Ist die Malware erst einmal installiert, haben die Angreifer Zugang zu sensiblen Daten wie Zugangsdaten, SSH-Schlüsseln oder VPN-Credentials. Diese werden dann verkauft oder für weitere Cyberanschläge genutzt. IT-Fachleute sind besonders wertvoll für Angreifer, da sie oft Zugang zu unternehmensinternen Systemen haben oder wertvolle technische Kenntnisse besitzen.

Für KMU bedeutet dies mehrfache Aufmerksamkeit: Einerseits sollten IT-Mitarbeiter auf solche Anzeichen achten. Andererseits sollten Unternehmen ihre IT-Sicherheit verstärken und damit rechnen, dass auch ihre Systeme über gehackte Mitarbeiterdaten ins Fadenkreuz geraten könnten. Sichere Passwort-Management-Systeme und Zwei-Faktor-Authentifizierung sind essentiell.