Österreich hat eine technische Lösung für das Problem der Altersverifikation im Internet entwickelt, das zunehmend durch neue EU-Regulierungen wie den Digital Services Act gefordert wird. Das sogenannte Doppelblindverfahren basiert auf kryptografischen Techniken und soll einen datenschützenden Weg ermöglichen, das Alter von Nutzern zu prüfen, ohne dabei privatsphärenverletzend zu sein.

Das Verfahren funktioniert wie folgt: Ein Identitätsprovider (beispielsweise eine Behörde oder ein verifizierter Dienstleister) bestätigt das Alter eines Nutzers gegenüber einer Videoplattform, ohne dem Plattform-Betreiber die vollständige Identität des Nutzers preiszugeben. Gleichzeitig erhält der Identitätsprovider keine Informationen darüber, welche Inhalte der Nutzer abrufen möchte. Dies schützt both die Privatsphäre des Nutzers als auch die Plattform vor unnötiger Datenbeschaffung.

Technisch funktioniert dies durch Zero-Knowledge-Proofs oder ähnliche kryptografische Verfahren. Der Nutzer erhält ein Token, das lediglich sein Alter bestätigt, ohne weitere Details offenzulegen. Dies erlaubt Plattformen, das Token zu prüfen, ohne zusätzliche persönliche Daten zu sammeln.

Das Konzept ist datenschutz-freundlich und könnte ein Vorbild für andere europäische Länder sein. Allerdings gibt es auch kritische Punkte: Das System ist komplex und könnte für technisch weniger versierte Nutzer schwierig sein. Auch die Breitenverfügbarkeit der notwendigen Identitätsprovider ist eine Herausforderung.

Für Schweizer Unternehmen, die Digital-Services betreiben, ist dies interessant, da ähnliche Anforderungen auch in der Schweiz entstehen könnten. Eine datenschutzfreundliche Altersverifikation ist technisch machbar, erfordert aber sorgfältige Planung und kryptografisches Know-how. KMU sollten solche Entwicklungen beobachten, um zu verstehen, welche technischen Anforderungen zukünftig auf sie zukommen könnten.