Neue Recherchen offenbaren, dass China trotz geltender Exportbeschränkungen eine beträchtliche Anzahl von Lithografie-Systemen des niederländischen Unternehmens ASML erworben hat. ASML ist der weltgrösste Hersteller von Hochpräzisions-Lithografie-Maschinen, die für die Chipfertigung unerlässlich sind.

Die USA und Europa haben in den letzten Jahren strengere Kontrollmassnahmen für Chipfertigungs-Technologie eingeführt, insbesondere gegen China. Das Ziel ist es, zu verhindern, dass China fortgeschrittene Halbleitertechnik entwickelt und damit den technologischen Vorsprung der westlichen Länder verringert. ASML unterliegt diesen Restriktionen und darf die fortgeschrittensten Maschinen nicht an chinesische Kunden verkaufen.

Allerdings zeigt sich, dass China auch ohne die neuesten ASML-Systeme erhebliche Kapazität aufgebaut hat. Die über 300 erworbenen Systeme sind zwar ältere Generationen, aber dennoch hochwertig genug, um fortgeschrittene Chip-Designs herzustellen. Dies bedeutet, dass Chinas Chipindustrie weniger abhängig von den neuesten Maschinen ist als ursprünglich gedacht.

Diese Entwicklung hat auch politische Implikationen. Eine US-Forschungsinitiative fordert nun noch härtere Beschränkungen. Dies zeigt das Dilemma der Exportkontrolle: Je stärker die Beschränkungen, desto mehr versuchen Länder wie China, Alternativen zu finden oder auf ältere, aber immer noch brauchbare Technologie auszuweichen.

Für europäische und schweizer Unternehmen in der Chipindustrie ist dies relevant, da es zeigt, wie schnell sich die geopolitische und technologische Landschaft ändert. Abhängigkeiten von einzelnen Märkten und Technologieanbietern werden risikoreicher.