Ein innovatives Abrechnungsmodell für KI-Services zeigt, dass die traditionelle Token-basierte Preisgestaltung bei KI-Providern nicht zwingend ist. Neuralwatt, ein Anbieter von KI-Services, hat ein System entwickelt, bei dem Kunden nach tatsächlich verbrauchter Rechenenergie abgerechnet werden, nicht nach erzeugten Spracheinheiten (Tokens).

Das Konzept ist elegant: Jedes KI-Modell verbraucht eine bestimmte Menge Strom, um Anfragen zu bearbeiten. Diese Energieeinheit wird messbar und abrechenbar. Der Vorteil liegt darin, dass Energieverbrauch die tatsächliche Rechenlast des Systems abbildet, während Token oft arbiträr definierte Einheiten sind. Ein komplexes, grosses Sprachmodell verbraucht mehr Strom als ein einfaches, und das wird direkt in der Abrechnung abgebildet.

Ein Fallbeispiel zeigt das Kostensparpotential: Ein Nutzer, der normalerweise 428 US-Dollar pro Monat bei einem konventionellen Token-basierten Anbieter zahlte, bezahlte bei Neuralwatt nur etwa 100 US-Dollar für die gleiche Arbeit. Das entspricht etwa einem Faktor 4 Kostenreduktion. Theoretisch ist dies möglich, weil Neuralwatt wahrscheinlich effizientere Hardware nutzt, bei Energiekosten sparen kann oder schlicht ein anderes Geschäftsmodell hat.

Allerdings gibt es auch Herausforderungen bei diesem Modell: Die Komplexität der Messtechnik, Schwankungen in der Energiebeschaffung und potenzielle Preisvolatilität könnten für Unternehmen mit festem Budget unattraktiv sein.

Für KMU, die KI-Services in ihre Geschäftsprozesse integrieren möchten, ist dies eine wichtige Lernstelle. Es lohnt sich, verschiedene Pricing-Modelle zu vergleichen, nicht nur zwischen Anbietern, sondern auch zwischen unterschiedlichen Abrechnungsmethoden. Eine Anfrage bei der KI-API: Können wir nach Energie abrechnen? könnte erhebliche Kosteneinsparungen bringen. Langfristig könnte Energie-basierte Abrechnung zum Standard für transparente, faire KI-Preisgestaltung werden.