Kalifornien hat eine bedeutsame Regelung in seine Gesetze zur Altersverifikation im Internet aufgenommen: Open-Source-Software wird von Altersverifizierungspflichten in Betriebssystemen ausgenommen. Dies ist ein wichtiger Schritt, der Open-Source-Entwicklung schützt und bürokratische Lasten reduziert.

Hintergrund ist das kalifornische Gesetz zur Altersverifikation (Age Verification Law), das darauf abzielt, Minderjährige vor bestimmten Online-Inhalten zu schützen. Plattform-Betreiber müssen verifizieren, dass Nutzer ein bestimmtes Mindestalter haben. Dies wurde zunächst auf kommerzielle Plattformen angewendet, hätte aber auch Open-Source-Software getroffen.

Die neue Ausnahme betrifft: 1. Open-Source-Linux-Distributionen (wie Ubuntu, Fedora, Debian) 2. Open-Source-Software-Bibliotheken und Dependencies 3. Open-Source-Paketmanager (wie npm, pip, apt, yum)

Dies ist clever formuliert: Die Ausnahme erkennt an, dass Open-Source-Infrastruktur nicht kommerzielle Plattformen sind und nicht die technischen oder wirtschaftlichen Mittel haben, um Altersverifikationen durchzuführen. Eine solche Anforderung hätte Open-Source-Projekte praktisch lahm gelegt.

Für KMU-IT-Infrastruktur ist dies relevant, weil viele Linux-Server und Open-Source-Tools auf kalifornischen Benutzern gehosteter Software laufen oder in kalifornische Märkte exportiert werden. Die Ausnahme schützt somit die Verfügbarkeit und Funktionalität dieser kritischen Infrastruktur-Komponenten.

Dieses Modell könnte auch andere Jurisdiktionen inspirieren: Regulierung sollte sensibel zwischen kommerziellen Plattformen und gemeinnütziger Open-Source-Infrastruktur unterscheiden. Es ist ein positives Signal für die globale Open-Source-Gemeinschaft.