Während Hitzewellen in vielen Regionen Europas herrschten, erleben Datenrettungsunternehmen einen ungewöhnlichen Anstieg von Anfragen: Hunderte von Festplatten wurden durch extreme Temperaturen beschädigt. Ein spezialisiertes Datenrettungsunternehmen berichtet von massiven Ausfällen bei Hard Disk Drives und warnt besonders vor den Gefahren für ältere Speichersysteme.
Die Schadensmuster waren vielfältig: Notebooks mit passiver Kühlung, die darauf angewiesen sind, dass externe Luft den Prozessor und andere Komponenten kühlt, überhitzten schnell. RAID-Systeme, bei denen mehrere Festplatten parallel arbeiten, setzten ebenfalls aus. Besonders ältere Festplattentechnologien erwiesen sich als anfällig für die Hitze.
Das Phänomen ist technisch nachvollziehbar: Festplattenmechaniken sind extrem präzise Geräte. Bei zu hohen Temperaturen dehnt sich das Metall aus, Lagerschmiermittel werden dünnflüssig, und der Kopf, der die Daten liest, kann aus seiner Position rutschen. Ein Totalausfall ist dann unvermeidlich. Ähnliches gilt für elektronische Komponenten, bei denen Lötverbindungen unter Hitzestress reissen können.
Das Datenrettungsunternehmen gibt deutliche Empfehlungen: IT-Infrastruktur braucht angemessene Kühlung, nicht nur im Rechenzentrum, sondern auch im Büro. Klimaanlagen oder zumindest gute Belüftung sind nicht Luxus, sondern eine notwendige Investition in die Datensicherheit. Für Schweizer KMU ist dies eine wichtige Lektion: Besonders bei wertvollen Datensystemen sollte Hitzemanagement ernst genommen werden. Die Anschaffung angemessener Kühlmassnahmen ist billiger als der Totalausfall kritischer Daten.
