Sicherheitsforscher haben entdeckt, dass eine grosse Anzahl von Mikrotik-Routern derzeit gezielten Cyberangriffen ausgesetzt ist. Die Zahl der betroffenen Geräte wird auf über 100.000 geschätzt. Angreifer nutzen mehrere bekannte Sicherheitslücken aus, um die Router zu kapern und in Botnets zu integrieren oder Netzwerkverkehr abzufangen.

Mikrotik ist ein etablierter Hersteller von Netzwerkausrüstung und RouterOS ist eine beliebte Betriebssystem-Lösung für Kleinunternehmen, kleinere Internetprovider und als Zusatzgerät in komplexeren Netzwerk-Setups. Die Geräte sind weit verbreitet, was eine Masseninfektion besonders problematisch macht.

Das Gefährliche an diesem Angriffsvektor ist die Netzwerk-Position der Router: Sie sitzen zwischen dem lokalen Netz eines Unternehmens und dem Internet. Ein kompromittierter Router ermöglicht Angreifern nicht nur, Netzwerkverkehr zu überwachen, sondern auch gezielt Malware einzuschleusen, Man-in-the-Middle-Angriffe durchzuführen oder den Internetzugang komplett zu unterbrechen.

Für KMU-Umgebungen ist sofortige Handlung erforderlich. Zunächst sollten alle Mikrotik-Geräte inventarisiert werden, insbesondere Geräte, die älter als zwei Jahre sind und möglicherweise automatische Sicherheitsupdates deaktiviert haben. Der nächste Schritt ist die Überprüfung der aktuellen RouterOS-Version. Mikrotik bietet regelmässig Sicherheits-Patches an; die neuesten Versionen sollten installiert werden.

Zusätzlich empfehlen Experten, die Standard-Anmeldedaten zu ändern und starke Passwörter zu setzen, falls dies nicht bereits geschehen ist. Eine Netzwerküberwachung und das Monitoring von Login-Versuchen können helfen, Kompromittierungen frühzeitig zu erkennen. Falls ein Router bereits infiziert sein könnte, sollte er isoliert und eine vollständige Neu-Konfiguration in Betracht gezogen werden.