Eine hochrangige Delegation von KI-Forschern und Tech-Führungskräften, darunter OpenAI-Chef Sam Altman und Anthropic-CEO Dario Amodei, ist vor dem UN-Sicherheitsrat angetreten, um eine globale Rahmenwerk für KI-Sicherheit zu fordern.

Die zentrale Botschaft war eindeutig: KI-Systeme, insbesondere gross-skalige Sprachmodelle und multimodale Systeme, entwickeln sich schneller, als dass Regulierungen oder internationale Standards Schritt halten können. Dies schafft Risiken für Missbrauch durch Staaten, Kriminelle oder extremistische Gruppen. KI könnte zur Desinformation, zu Cyberangriffen oder sogar zu autonomen Waffen missbraucht werden.

Die Befürworter eines globalen Standards argumentieren, dass nur eine koordinierte internationale Anstrengung solche Risiken angemessen adressieren kann. Dies würde bedeuten: standardisierte Anforderungen für die Sicherheitstestung von KI-Systemen, Kontrollmechanismen für die Weitergabe von Modellen, Transparenzanforderungen, internationale Inspektionsregime.

Allerdings gab es auch erhebliche Gegenstimmen: Die USA lehnten kategorisch globale Kontrollmechanismen ab, mit der Begründung, dass dies Innovation bremsen würde und dass nationale Regulierungen ausreichen. Dies zeigt die fundamental unterschiedlichen Ansätze gegenüber KI-Governance: die einen vertrauen auf internationale Vereinbarungen und Kontrollen, die anderen auf nationale Regulierung und Marktwettbewerb.

Für Schweizer Unternehmen ist dieses geopolitische Szenario wichtig: Je nachdem, wie global Regulierungen zusammenhängen oder divergieren, könnte es für Schweizer IT-Dienstleister einfacher oder schwieriger werden, KI-Systeme einzusetzen. Wenn globale Standards entstehen, müssen Unternehmen diese befolgen. Wenn nationale Regulierungen fragmentiert sind, wird es komplex, KI-Systeme über Grenzen hinweg konsistent zu nutzen. Es ist wahrscheinlich, dass die Schweiz sich an europäische Standards anlehnt und diese adapiert.