Schneider Electric hat die Übernahme des bulgarischen Smart-Home-Herstellers Shelly angekündigt, eine Akquisition im dreistelligen Milliardenbereich. Dies ist ein strategischer Schritt, der zeigt, wie Industriekonzerne zunehmend in Vernetzungs- und IoT-Technologien investieren.

Shelly ist bekannt für preiswerte, platzsparende Smart-Home-Geräte und Relais, die es Hausbesitzern und kleinen Unternehmen erlauben, bestehende Elektroinstallationen zu automatisieren ohne umfangreiche Renovierungen. Das Unternehmen hat eine Basis von Millionen aktiven Nutzern entwickelt und ist in der Maker- und DIY-Community beliebt.

Schneider Electric, ein globaler Konzern im Bereich Energiemanagement und Automatisierung, hat signalisiert, dass es massiv in Rechenzentrumsinfrastruktur wächst. Die Übernahme von Shelly könnte mehrere Zwecke dienen: Erstens ergänzt Shellys IoT-Expertise und Kundenbasis Schneiders Rechenzentrum-Infrastruktur-Portfolio. Zweitens könnte Schneider Shellys Geräte-Palette nutzen, um Datenzentrumskühlung, Stromverteilung und physisches Monitoring zu automatisieren. Drittens erhält Schneider eine etablierte Marke im Consumer-IoT-Segment.

Die Übernahme ist auch signifikant für die allgemeine Konsolidierung des IoT-Marktes: Spezialisierte IoT-Hersteller werden zunehmend von grösseren Industriekonzernen aufgekauft, die die Technologien in ihre breitere Lösungen-Suite integrieren möchten.

Für Schweizer IT-Dienstleister und KMU-Kunden ist dies relevant in mehreren Kontexten: Erstens zeigt es die wachsende Bedeutung von Geräteautomatisierung und IoT im Business-Kontext, nicht nur im privaten Bereich. Zweitens deutet es auf ein Szenario hin, in dem spezialisierte IoT-Anbieter konsolidiert werden und in grössere Ökosysteme übergehen. Unternehmen, die auf Open-Source-IoT-Plattformen oder unabhängige Geräte setzen, sollten überprüfen, wie Übernahmen ihr Ökosystem verändern könnten.