Der rasante Aufstieg der künstlichen Intelligenz hat zu enormen Engpässen in der Hardware-Lieferkette geführt. Nachdem KI-Rechenzentren zunächst Speicherchips (DRAM und NAND-Flash) in beispiellosem Ausmass aufgekauft haben, zeigt sich nun eine nächste Ressourcen-Knappheit: Leiterplatten.

Leiterplatten (Printed Circuit Boards, PCBs) sind die physikalischen Substrate, auf denen Computerchips montiert werden. Sie sind also nicht die Chips selbst, sondern die Grundlagen, auf denen diese angebracht werden. Leiterplatten sind ein klassisches Material, das in der Elektronik seit Jahrzehnten verwendet wird, aber die Produktionsmenge ist nicht unbegrenzt erweiterbar. Komplexe Leiterplatten benötigen spezialisierte Fertigungsverfahren, Fachkräfte und Material (Kupfer, Epoxidharz, etc.).

Die KI-Industrie braucht enorme Mengen an neuen Leiterplatten für ihre Rechenzentren-Hardware, speziell für GPU-Beschleuniger und hochperformante Server-Boards. Dies führt dazu, dass die Verfügbarkeit für andere Branchen sinkt. Konsumenten-Elektronik-Hersteller (Smartphones, Laptops, Consumer-Gadgets) könnten mit Verzögerungen rechnen, wenn sie nicht frühzeitig ihre Lieferketten sichern.

Dies ist ein symptomatisches Problem für die aktuelle KI-Euphorie: Die Industrie boomt mit neuen Rechenzentren und GPU-Beschaffungen, dabei gibt es reale physische Engpässe, die nicht kurzfristig durch Investitionen gelöst werden können. PCB-Fabriken müssen neu gebaut werden, was Jahre dauert.

Für KMU bedeutet dies: Hardware-Beschaffung könnte schwieriger und teurer werden. Falls Unternehmensgeräte oder Infrastruktur aktualisiert werden sollen, ist eine frühzeitige Planung und Beschaffung ratsam. Lieferanten sollten frühzeitig kontaktiert werden, um Verzögerungen zu vermeiden. Auch Reparaturen und Ersatzteile könnten knapper werden.