Ein detaillierter Bericht analysiert die schiere Grösse der Kapitalinvestitionen in KI-Rechenzentren in den USA und kommt zu einer beunruhigenden Schlussfolgerung: Die finanziellen Rückflüsse müssten astronomisch sein, um die Investitionen zu rechtfertigen.

Die Zahlen sind beeindruckend: Über mehrere Jahre hinweg fliesst etwa 3,6 Prozent des gesamten US-amerikanischen Bruttoinlandsprodukts in den Aufbau von KI-Rechenzentren und die notwendige Infrastruktur. Dies ist ein beispielloses Investitionsvolumen in einem einzelnen Technologiebereich.

Für solche massiven Investitionen gibt es historische Präzedenzfälle, etwa die Eisenbahn-Boom, die Automobilwelle oder die Internet-Blase. Allerdings hatten auch diese Perioden am Ende zu Überkapazitäten, zu Crashs und zu starken Konsolidierungen geführt. Manche Investitionen zahlten sich aus, andere nicht.

Die Studie argumentiert, dass der KI-Markt müsste um etwa 80 Prozent pro Jahr wachsen, um die Rückzahlungen zu garantieren. Das ist möglich, aber nur, wenn sich KI in Millionen neuer Anwendungen bewährt, wenn es massive Produktivitätssteigerungen gibt, wenn neue Branchen entstehen. Falls KI hingegen „nur" modular in bestehende Software einweben wird (was wahrscheinlicher ist) oder falls sich erhoffte Kosteneinsparungen nicht materialisieren, könnte ein grosser Teil der Investition unrentabel werden.

Für KMUs und IT-Dienstleister ist dies ein wichtiger Kontext: Die aggressive KI-Infrastrukturinvestition bedeutet, dass grosse Tech-Konzerne extrem auf KI-Umsatzwachstum angewiesen sind. Dies könnte dazu führen, dass sie KI-Dienste aggressiv bepreisen, um Marktdurchdringung zu erreichen, oder dass sie Geschäftsmodelle verändern, um KI zu zentralisieren. Unternehmen sollten realistische Erwartungen an KI-ROI haben und nicht automatisch annehmen, dass KI in allen Bereichen wirtschaftlich sinnvoll ist.