WhatsApp arbeitet an einer neuen Funktion für iOS-Nutzer: einem In-App-Browser, der es ermöglicht, Weblinks direkt innerhalb der Messenger-Anwendung zu öffnen, ohne dass Nutzer in den System-Browser Safari wechseln müssen.

Das Konzept ist nicht neu. Viele Plattformen wie Facebook, Instagram oder LinkedIn nutzen schon lange In-App-Browser, um Nutzer in ihrer Anwendung zu halten und deren Navigationsverhalten zu verfolgen. Für WhatsApp ist das eine Strategieänderung, da der Messenger bislang Links zum Standardbrowser weiterleitete.

Technisch bedeutet ein In-App-Browser, dass WhatsApp eine Browser-Engine in seine App einbetten muss, die Webseiten rendern kann. Dabei gibt es verschiedene Ansätze: Einige Apps nutzen den System-Browser im Hintergrund (WebView), während andere komplett eigene Browser-Engine implementieren.

Die Motivation von WhatsApp für diesen Schritt ist vermutlich mehrschichtig. Zum einen verbessert sich die Benutzererfahrung: Nutzer bleiben im Chat-Kontext und können schneller zwischen Nachricht und verlinktem Inhalt wechseln. Zum anderen bietet es WhatsApp (und damit Mutterkonzern Meta) mehr Kontrolle über die Nutzererfahrung und ermöglicht potenziell neue monetäre Geschäftsmodelle wie In-App-Werbung in späteren Phasen.

Aus Datenschutz-Sicht gibt es auch Implikationen: Ein In-App-Browser bedeutet, dass WhatsApp sehen kann, welche Websites Nutzer besuchen, wenn diese über WhatsApp verlinkt werden. Das ist ein zusätzlicher Datenpunkt, der für Analyse und Profiling genutzt werden könnte. Allerdings verspricht WhatsApp, dass Browserdaten nicht mit anderen Meta-Diensten geteilt werden.

Für iOS-Nutzer bietet die Funktion Komfort, aber auch ein Abwägungsproblem: Der Convenience steht der Datenschutz gegenüber. Für Unternehmen, die WhatsApp Business nutzen, könnte die Funktion interessant sein, um Links zu Produktseiten oder Angeboten direkter einzubinden. Allerdings sollten Datenschutzfolgenabschätzungen durchgeführt werden, wenn dies in Kombination mit Analytics geschieht.