Die Verteidigungstechnologie entwickelt sich ständig weiter, und ein wesentlicher Aspekt moderner Konflikt-Szenarien ist der Kampf um elektronische Kontrolle und Informationsdominanz. Jetzt hat die Nato eine Ausschreibung für mobile elektronische Störsysteme gewonnen und wird diese beschaffen.
Diese Geräte sind tragbar und können an verschiedenen Standorten schnell positioniert werden. Ihre Funktion besteht darin, GPS- und GNSS-Signale (globale Navigationssatellitensysteme) in einem definierbaren Umkreis zu unterdrücken. Der Störbereich kann konfiguriert werden und reicht bis zu elf Kilometern. Zudem können auch Frequenzen blockiert werden, die für Drohnensteuerung relevant sind. Dies macht die Systeme zu interessanten Werkzeugen für die elektromagnetische Kriegsführung und Verteidigung gegen unbemannte Luftfahrzeuge.
Für ein Militärbündnis ist dies ein wichtiges Werkzeug, um feindliche Navigation und Aufklärungsdrohnen zu beeinträchtigen. Allerdings hat die Technologie auch zivile Implikationen, denn GPS wird nicht nur von Militär, sondern auch von zivilen Infrastrukturen, Lieferketten und Notfalldiensten genutzt.
Aus geschäftlicher Sicht sind solche Entwicklungen für IT-Infrastruktur-Betreiber relevant. Unternehmen, die auf GPS-basierte Dienste angewiesen sind, müssen sich bewusst machen, dass in Krisensituationen diese Infrastruktur nicht verfügbar sein könnte. Dies gilt insbesondere für Logistik-Unternehmen, Finanzdienstleister, die auf exakte Zeitsignale angewiesen sind (da GPS auch zur Zeit-Synchronisation verwendet wird), oder Telekommunikationsanbieter. Eine Notfall-Planung, die nicht ausschliesslich auf GPS-Signalen basiert, wird daher zunehmend relevant. Backup-Systeme wie terrestrische Funknavigation oder interne Navigationsverfahren sollten erwogen werden.
