Das Landgericht Aachen hat in einem Eilbeschluss festgestellt, dass Google für die automatisch generierten Inhalte seiner KI-Suchübersichten (auch als "AI Overviews" bekannt) haftbar ist. Dies ist ein bedeutsames Urteil im Kontext wachsender Regulierung von künstlicher Intelligenz im Netz und stellt Google vor neue rechtliche Herausforderungen.

Googles AI Overviews sind automatisch zusammengefasste Informationen, die der Suchmaschine auf Basis von Nutzereingaben generiert. Sie sollen Usern schnelle Antworten bieten, ohne dass diese durch traditionelle Suchergebnisse blättern müssen. Das System nutzt Künstliche Intelligenz, um relevante Textpassagen von verschiedenen Webseiten zu extrahieren und diese in eine kohärente Zusammenfassung zu verwandeln.

Das Problem liegt darin, dass diese automatisch generierten Übersichten nicht immer korrekt oder akkurat sind. Sie können unvollständige Informationen widergeben, Kontext verlieren oder sogar faktisch falsche Aussagen treffen. Wenn diese fehlerhaften Informationen dann direkt an Millionen Nutzer ausgespielt werden, kann das erhebliche Konsequenzen haben: Unbegründete Ansprüche gegen Unternehmen, Verbreitung von Falschinformationen oder Rufschädigungen.

Das Aachener Gericht hat Google daher in diesem Fall verpflichtet, die problematischen KI-Suchübersichten zu unterbinden. Dies könnte ein Präzedenzfall sein, der andere Gerichte in Deutschland und Europa beeinflusst. Für KMU bedeutet dies einen gewissen Schutz vor unkorrekten Darstellungen ihrer Aktivitäten in Googles Suchfunktion. Das Urteil unterstreicht auch die Bedeutung echter Verantwortlichkeit (Liability) für KI-generierte Inhalte. Unternehmen sollten ihre Sichtbarkeit in Suchmaschinen monitoring und bei Bedarf gegen fehlerhafte Darstellungen vorgehen können.