Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat eine alarmierende Untersuchung durchgeführt und dabei erhebliche Sicherheitsmängel in Kinder-Smartwatches festgestellt. Diese Geräte sind speziell für Kinder konzipiert und versprechen Eltern eine Möglichkeit, ihre Kinder zu überwachen und bei Bedarf zu lokalisieren. Doch die BSI-Analyse offenbart, dass viele dieser Geräte stattdessen neue Sicherheitsrisiken schaffen.

Kinder-Smartwatches verbinden sich typischerweise über Bluetooth oder WLAN mit einem Smartphone und einer Cloud-Plattform. Sie können Standort-Tracking, Anrufe, Sprachnachrichten und sogar Video-Kommunikation ermöglichen. Die Attraktivität ist verständlich: Eltern möchten ihre Kinder im Auge behalten. Die Realität ist jedoch oft problematisch.

Die gefundenen Mängel betreffen mehrere kritische Bereiche. Erstens ist die Verschlüsselung oft schwach oder ganz abwesend, was bedeutet, dass die übertragenen Daten und Standorte abgefangen werden können. Zweitens verfügen diese Geräte häufig nicht über robuste Authentifizierungsmechanismen, was es Angreifern ermöglicht, sich als legitime Benutzer auszugeben. Drittens werden die Geräte oft nicht regelmässig mit Sicherheitsupdates versorgt, so dass bekannte Schwachstellen offen bleiben.

Darüber hinaus senden viele dieser Smartwatches unnötige Mengen an persönlichen Daten über das Netzwerk, einschliesslich Standortinformationen, Fotos und sogar Liveaudio. Diese Daten können in den Cloud-Systemen der Hersteller unsicher gespeichert sein.

Für Eltern und Schulen, die solche Geräte für Kinder verwenden, ist dies eine wichtige Warnung. Das BSI empfiehlt, vor dem Kauf solcher Geräte genaue Recherchen durchzuführen und sich nach Sicherheitszertifizierungen und den Datenschutzrichtlinien der Hersteller zu erkundigen. Schweizer Eltern sollten zudem die lokalen Datenschutzgesetze beachten, da die Verwendung von Standort-Tracking-Geräten bei Kindern rechtliche Implikationen haben kann. Unternehmen und Institutionen, die Kinder-Smartwatches einführen, sollten besonders kritisch sein und IT-Sicherheitsexperten konsultieren.