Norwegen setzt beim Thema KI-Brillen ein Zeichen. Das skandinavische Land plant, die Nutzung von Datenbrillen mit integrierter künstlicher Intelligenz an ausgewählten öffentlichen Orten zeitlich zu beschränken oder zu verbieten. Dies geschieht vor dem Hintergrund von Datenschutz- und Privatsphärenbedenken.
KI-Brillen sind Geräte, die die Umgebung des Trägers erfassen und analysieren können. Die eingebaute KI kann Gesichter erkennen, Texte auslesen, oder andere Daten über die Person extrahieren. Dies bietet zwar innovative Möglichkeiten für Anwendungen wie Navigation oder Informationsbeschaffung, wirft aber massive Fragen auf. Passanten, die nicht explizit zugestimmt haben, können unbemerkt erfasst und analysiert werden. Dies verletzt fundamental das Recht auf Privatsphäre.
Norwegen geht proaktiv vor und plant, gesetzliche Regelungen zu schaffen, bevor KI-Brillen flächendeckend verbreitet sind. Die geplanten Beschränkungen würden vermutlich Orte wie öffentliche Verkehrsmittel, Behördengebäude oder Gesundheitseinrichtungen betreffen. Dort wäre das Tragen von KI-Brillen entweder nicht erlaubt oder nur unter strengen Bedingungen gestattet.
Dies hat Implikationen für Unternehmen, die KI und Computer-Vision-Technologie nutzen oder entwickeln. Der Fall Norwegen zeigt, dass Regulatoren weltweit beginnen, solche Technologien kritischer zu sehen. Ein KMU, das mit Bilderkennungs- oder Computer-Vision-Systemen arbeitet, sollte sich bewusst sein, dass Datenschutzanforderungen zunehmend verschärft werden. Es ist wichtig, schon jetzt Compliance-Prozesse zu etablieren und transparent mit Nutzerdaten umzugehen. Auch die Schweiz könnte ähnliche Regulierungen folgen lassen, weshalb Vorausschau sinnvoll ist.
