YouTube präsentiert eine neue Funktion namens Custom Feeds, die Nutzern mehr Kontrolle über ihren Video-Feed ermöglicht. Statt sich auf YouTubes proprietäre Algorithmen zu verlassen, können Nutzer per KI-Prompt spezifizieren, welche Art von Videos sie sehen möchten.
Ein Nutzer könnte beispielsweise einen Prompt wie "Technologie-Tutorials für Anfänger zu Cloud-Sicherheit" eingeben, und YouTube würde einen personalisierten Feed mit entsprechenden Videos zusammenstellen. Dies ist ein interessantes Konzept, das Nutzern mehr Autonomie gibt, während es gleichzeitig YouTube-eigene KI-Technologie für die Kuratierung nutzt.
Aus Geschäftsperspektive ist dies relevant, weil es die Content-Discovery-Strategien von Unternehmen verändern könnte. Bisher mussten Unternehmen deren Videoinhalte auf YouTube darauf abzielen, YouTubes Algorithmus zu gefallen und gute Rankings zu erhalten. Mit Custom Feeds könnten gezielt ausgesuchte Inhalte an interessierte Zielgruppen gelangen, unabhängig von deren Trending-Status.
Für Datenschutz ist die Neuerung ambivalent. Einerseits gibt sie Nutzern mehr Kontrolle. Andererseits sammelt YouTube weiterhin detaillierte Daten über Nutzer-Prompts und Präferenzen, was wiederum für Targeting-Zwecke genutzt werden könnte.
Zunächst ist die Funktion auf die USA beschränkt. Es ist zu erwarten, dass YouTube sie später auf andere Märkte ausrollen wird, einschliesslich Europa und der Schweiz. Unternehmen sollten diese Entwicklung beobachten, da sie möglicherweise ihre Video-Content-Strategie beeinflussen wird.
Die Funktion unterstreicht auch den breiteren Trend bei Tech-Plattformen, KI-gesteuerte Personalisierung zu erweitern. Dies wird in den kommenden Jahren wahrscheinlich die Norm für Inhalts-Plattformen, Nachrichtenaggregatoren und soziale Medien.
