BIND ist einer der am weitesten verbreiteten Nameserver-Softwarelösungen im Internet. Tausende von Organisationen, Internet-Service-Providern und Unternehmen nutzen BIND, um ihre DNS-Infrastruktur zu betreiben. Das Projekt hat nun aktualisierte Quellcodes veröffentlicht, die eine ernsthafte Sicherheitslücke schliessen.

Die Schwachstelle wird als "Codeschmuggel-Lücke" beschrieben. Dies deutet darauf hin, dass Angreifer möglicherweise Schadcode in den BIND-Dienst einschleusen konnten, um die Funktionsweise des Nameservers zu manipulieren. Ein kompromittierter DNS-Server ist besonders gefährlich, da er den gesamten Internet-Verkehr eines Netzwerks kontrolliert und umleiten kann. Ein Angreifer könnte beispielsweise Benutzer auf gefälschte Websites umleiten oder legitimen Traffic blockieren.

BIND wird hauptsächlich auf Linux- und Unix-Servern betrieben. Organisationen, die einen eigenen Nameserver betreiben, etwa ISPs, grosse Unternehmen oder Domain-Registrare, sollten dieses Update priorisieren. Die BIND-Entwickler haben die aktualisierte Software zur Verfügung gestellt und Administratoren sollten die neueste Version schnellstmöglich einspielen.

Auch kleinere Unternehmen können indirekt betroffen sein, insbesondere wenn sie einen eigenen Mail-Server oder eine unternehmenseigene Domain-Infrastruktur betreiben. Falls ein Unternehmen einen lokalen DNS-Server nutzt, sollte die IT auch hier ein Update durchführen. Allerdings nutzen viele KMU die DNS-Services ihrer Internet-Provider oder spezialisierter DNS-Anbieter. Diese grösseren Anbieter sollten Updates in aller Regel schnell einspielen. Dennoch lohnt es sich, bei solchen sicherheitskritischen Meldungen mit dem eigenen IT-Dienstleister nachzufragen, ob die DNS-Infrastruktur gepflegt ist.