Der anhaltende Boom um Künstliche Intelligenz führt in Asien zu einem beispiellosen Fachkräftemangel. Gesucht sind insbesondere gut ausgebildete Software-Entwickler, Data Scientists und KI-Spezialisten. Der Wettbewerb um diese limitierten Talente ist derart intensiv geworden, dass mehrere Unternehmen ein und dieselbe Person abwerben versuchen, noch während sie bei einem Konkurrenten angestellt ist.
Ein treffendes Zitat aus dem Bereich lautet: "Sorry, jeder Entwickler, der atmen kann, wurde schon von anderen angeworben." Dies illustriert die Dringlichkeit und den Druck, unter dem Tech-Unternehmen in Asien operieren. Nikkei Asia, die führende Wirtschaftspublikation für die Region, hat diese Entwicklung intensiv recherchiert und dokumentiert.
Die Situation hat mehrere Auswirkungen. Einerseits treiben rekordhohe Gehälter für IT-Talente die Kostenstruktur ganzer Projekte in die Höhe. Andererseits entstehen Schlangen von Projekten, die auf Fachkräfte warten, die einfach nicht verfügbar sind. Dies bremst auch Expansionspläne grösserer Unternehmen, weil Talentakquisition schneller zum limitierenden Faktor wird als Kapital oder Technologie.
Für europäische und Schweizer KMU hat dies konsequenzen: Erstens wird es schwieriger und teurer, spezialisierte KI-Talente für grössere Projekte zu engagieren. Zweitens wird die Abhängigkeit von asiatischen Tech-Lieferketten und Outsourcing-Partnern durch Talent-Bottlenecks weiter verschärft. Drittens könnten europäische Arbeitgeber relativ attraktiver werden, wenn sie stabil versprechen können, dass Entwickler dort auch tatsächlich fokussiert arbeiten können, ohne ständig abgeworben zu werden. Für KMU-IT-Teams bedeutet dies: Stabilität, Fokus und langfristige Perspektive können zu Erfolgsfaktoren im globalen Tech-Talentmarkt werden.
