Die EU-Kommission treibt ihre Green-IT-Agenda voran und plant ein umfassendes Bewertungssystem speziell für Rechenzentren. Das Effizienz-Rating soll Energie- und Wasserverbrauch stärker in den Fokus rücken und Organisationen sowie Kunden transparente Informationen liefern.

Rechenzentren sind grosse Energieverbraucher. Sie betreiben Server, Kühlsysteme und Stromversorgung, was zusammen zu erheblichem Energieverbrauch führt. Die EU hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2050 Klimaneutralität zu erreichen. Rechenzentren sind dabei ein Bereich, wo systematische Verbesserungen sinnvoll sind.

Das geplante Rating-System soll für Rechenzentren ab 500 Kilowatt Leistung gelten. Dies sind nicht die kleinsten Anlagen, sondern eher mittlere bis grössere Einrichtungen. Das System wird typischerweise Kennzahlen wie Power Usage Effectiveness (PUE) messen, die das Verhältnis zwischen Gesamtenergieverbrauch und tatsächlich für IT genutzte Energie darstellt.

Rechenzentren-Betreiber müssen ihre Effizienz-Daten offenlegen, ähnlich wie es bei anderen industriellen Anlagen bereits üblich ist. Dies soll Transparenz schaffen und Betreiber anreizen, ihre Systeme effizienter zu gestalten. Kunden von Cloud-Services können dann wählen, welche Anbieter ihre Daten am effizientesten betreiben.

Das Rating wird nicht nur Energie berücksichtigen, sondern auch Wasserverbrauch, da moderne Rechenzentren durch Kühlsysteme oft viel Wasser benötigen. Ein umfassendes Rating ist daher sinnvoll.

Für Schweizer Unternehmen, die Rechenzentren betreiben oder Cloud-Services nutzen, ist diese EU-Initiative relevant, da sie europäischen Datencentern Wettbewerbsdruck macht. Dies kann langfristig zu besserer Effizienz und transparenteren Angeboten führen. Organisationen, die ihre Cloud-Infrastruktur greenern gestalten möchten, sollten auf solche Entwicklungen achten.