Der Mangel an qualifizierten IT-Fachkräften ist seit Jahren eines der grössten Probleme für Unternehmen in Europa. Firmen konnten Stellen nicht besetzen, IT-Projekte verzögerten sich, und die Konkurrenz um Talente trieb Löhne und Kosten in die Höhe. Eine aktuelle Studie zeigt nun eine positive Wendung: Der Mangel ist deutlich geringer geworden.
Die Zahl der unbesetzten IT-Stellen in Deutschland ist im Zeitraum von 2023 auf 2025 von etwa 149'000 auf etwa 79'000 gefallen. Das ist eine Reduktion um mehr als 45 Prozent. Dies kann mehrere Ursachen haben: Einerseits könnten mehr IT-Fachkräfte in den Arbeitsmarkt gekommen sein, etwa durch Ausbildungsprogramme oder Zuwanderung. Andererseits könnten Unternehmen ihre Erwartungen angepasst haben oder Positionen storniert haben.
Diese Entspannung hat mehrere Implikationen. Für IT-Dienstleister und Unternehmen bedeutet es, dass sie wieder leichter IT-Personal finden und rekrutieren können. Damit sinkt der Kostendruck, der Stress bei der Recruitment und die Chancen auf bessere Bewerber steigen. Für bestehende IT-Teams könnte dies bedeuten, dass der Druck etwas sinkt und es leichter wird, Urlaubsvertretungen zu organisieren.
Allerdings sollte man realistisch bleiben: 79'000 unbesetzte Stellen sind immer noch eine erhebliche Zahl. Der Mangel ist weniger geworden, aber nicht verschwunden. Auch könnten regionale Unterschiede bestehen. Besonders in spezialisierten Bereichen wie KI, Cloud-Architektur oder Cybersecurity könnte der Mangel noch akut sein.
Für Schweizer Arbeitgeber und IT-Dienstleister ist die Nachricht positiv, da die Schweiz sich ähnliche Arbeitsmarkttrends mit Deutschland teilt. Etwas Entspannung im Wettbewerb um IT-Talente könnte auch auf die Schweiz ausstrahlen.
