Im geostationären Orbit hat sich eine beunruhigende Situation entwickelt: Ein Satellit, von dem Geheimdienste annehmen, dass er von China betrieben wird, verfolgt einen westlichen Kommunikationssatelliten des Anbieters Inmarsat. Dies stellt einen Spionagefall im All dar, der westliche Militärs und Sicherheitsdienste aufhorchen lässt.

Der betreffende Inmarsat-Satellit wird unter anderem von NATO-Ländern und westlichen Verbündeten für sichere militärische Kommunikation genutzt. Wenn ein feindlicher Satellit diesen beobachtet und möglicherweise Signale abfängt, könnte dies der Ausgangspunkt für Abhörbesprechungen sensibler Militärkommunikation sein.

Die Tatsache, dass der chinesische Satellit aktiv dem Inmarsat-Satelliten folgt, deutet darauf hin, dass dies nicht passiv oder zufällig ist. Dies ist ein gezielter Spionage-Einsatz im All, der demonstriert, dass der Weltraum zunehmend zum Kampfplatz für Geheimdienste wird.

Solche Operationen sind nicht neu, aber dieser Fall zeigt die Eskalation: Mit modernen Satellitentechnologien können Länder nun aktiv anderen Satelliten folgen und Kommunikation abfangen. Dies wirft Fragen zur Sicherheit aller Satelliten-basierten Kommunikation auf, nicht nur der militärischen.

Für Schweizer Unternehmen und IT-Dienstleister hat dies indirekte Auswirkungen. Viele geschäftskritische Systeme sind auf Satellitenkommunikation oder Satellitendaten-Services angewiesen, etwa Finanzmarktdaten, GPS-Navigation oder Backup-Kommunikation. Wenn solche Systeme potenziell abhörbar sind, müssen Unternehmen ihre Sicherheitsarchitektur überdenken. Zusätzliche Verschlüsselung und Multi-Layer-Sicherheit werden noch wichtiger, wenn der Basis-Kanal nicht garantiert sicher ist.