Die USA verstärken ihre Cybersecurity-Massnahmen gegen ein potenzielles geopolitisches Risiko: Chinesische Elektronik in kritischer Strominfrastruktur. Die US-Regierung bereitet Notstandsverordnungen vor, um den Import und die Installation von Hochspannungskomponenten aus China zu reglementieren. Der Grund ist die Befürchtung, dass solche Komponenten manipulierte Hintertüren enthalten könnten, die es China im Falle eines Konflikts ermöglichen würden, das amerikanische Stromnetz zu sabotieren.

Das Stromnetz ist eine der kritischsten Infrastrukturen überhaupt. Ein flächendeckender Stromausfall hätte katastrophale Folgen für die Wirtschaft, Gesundheitswesen, Kommunikation und zivile Sicherheit. Dies macht jedes Risiko im Stromsektor zu einer Frage der nationalen Sicherheit.

Die potenziellen Hintertüren könnten mehrere Formen annehmen. Sie könnten es Angreifern ermöglichen, Transformatoren oder Schaltanlagen ferngesteuert zu deaktivieren, Steuerungssignale zu manipulieren oder Daten aus kritischen Systemen abzugreifen. Dies wäre deutlich schädlicher und schwieriger zu beheben als ein klassischer Cyberangriff auf Software-Systeme.

Parallel zu diesen Sicherheitsmassnahmen hat die USA bereits mehrfach chinesische und russische Komponenten aus dem Stromsektor verboten. Dies ist Teil eines grösseren Trends der Deglobalisierung kritischer Lieferketten.

Ein Nebeneffekt dieser Massnahmen könnte jedoch Verzögerungen beim Aufbau von Rechenzentren sein. Rechenzentren benötigen riesige Mengen an stabiler Stromversorgung. Wenn neue Hochspannungskomponenten strengeren Überprüfungen unterliegen oder nur aus zuverlässigen Quellen bezogen werden dürfen, könnte der Bau neuer Infrastruktur länger dauern.

Für KMU mit Cloud-Infrastruktur in den USA gilt: Beobachten Sie energiepolitische Trends, da diese indirekt die Verfügbarkeit und Preise von Cloud-Services beeinflussen könnten.