Siemens hatte 2023 ein überraschende Ankündigung gemacht: Das Unternehmen würde OpenRadioss, seinen quelloffenen Simulationssolver, einstellen. Dies rief bei der weltweiten Community von Ingenieuren, Forschern und Entwicklern erhebliche Bestürzung hervor. OpenRadioss war nicht einfach nur ein Werkzeug, sondern ein wichtiges Instrument für Finite-Elemente-Analysen, Crash-Simulationen und andere kritische Aufgaben in Konstruktion und Entwicklung.
Doch die Community liess sich nicht entmutigen. Ein Team von Entwicklern hat sich zusammengetan und einen Fork des Projektes unter dem neuen Namen OpenCourant ins Leben gerufen. OpenCourant verfolgt das Ziel, die Simulationssoftware aktiv weiterzuentwickeln und die bestehende Gemeinschaft von Nutzern und Entwicklern zu unterstützen.
Interessanterweise gibt es wenig, das Siemens gegen diesen Fork unternehmen kann, zumindest nicht rechtlich. OpenRadioss war unter einer quelloffenen Lizenz verfügbar, was bedeutet, dass es für die Community legal möglich ist, das Projekt fortzusetzen. Dies ist eines der fundamentalen Vorteile von Open-Source-Software: Die Unabhängigkeit von kommerziellen Entscheidungen einzelner Unternehmen bleibt gewahrt.
Für KMUs und Ingenieursbüros bedeutet dies gute Nachrichten. Sie können weiterhin auf eine aktiv entwickelte Simulationssoftware zurückgreifen, auch wenn der ursprüngliche kommerzielle Betreiber sich zurückgezogen hat. Dies demonstriert auch die Resilienz von Open-Source-Projekten: Wenn eine kommerzielle Unterstützung wegfällt, kann die Community einspringen. OpenCourant zeigt, dass Unternehmen sich auf Open-Source-Tools verlassen können, ohne die Angst, dass sie plötzlich nicht mehr verfügbar sind.
