Der massive Energieverbrauch von Künstlicher Intelligenz und den damit verbundenen Rechenzentren wird zunehmend zum kritischen Thema in der Diskussion um Nachhaltigkeit und Energiewende. Ein renommierter Elektrotechnik-Professor hat einen Vorschlag eingereicht, der die Genehmigung von neuen KI-Rechenzentren an strengere Umweltbedingungen koppeln soll.
Das Konzept ist bemerkenswert: Unternehmen, die neue KI-Rechenzentren errichten möchten, sollen verpflichtet sein, zusätzliche erneuerbare Energiequellen zu schaffen oder zu finanzieren. Dies wird häufig als "additionality" bezeichnet, der Gedanke, dass die Stromversorgung eines Rechenzentrums nicht aus dem bestehenden Energiemix stammen darf, sondern dass zusätzliche, saubere Stromkapazität aufgebaut werden muss. Dies würde einen echten Beitrag zur Dekarbonisierung leisten, anstatt bestehende Ressourcen einfach umzuvertilen.
Darüber hinaus werden weitere Massnahmen diskutiert: Abwärmenutzung für Fernwärmeversorgung oder andere industrielle Prozesse sowie verpflichtende Stromspeichersysteme, um Netzschwankungen auszugleichen. Diese Anforderungen würden die Wirtschaftlichkeit von Rechenzentren verändern, könnten aber zu nachhaltigeren Lösungen führen.
Für KMU und IT-Dienstleister sind diese Entwicklungen bedeutsam. Falls solche Regulierungen eingeführt werden, könnten Cloud-Dienste teurer werden, da die Infrastrukturkosten steigen. Andererseits können Unternehmen, die eine bewusste Nachhaltigkeitsstrategie verfolgen, davon profitieren, dass ihre Cloud-Infrastruktur zuverlässiger auf erneuerbaren Energien basiert. Dies könnte auch ein Verkaufsargument für Kunden sein, die Wert auf grüne IT legen. Unternehmen sollten sich bereits jetzt mit den Energieaspekten ihrer Cloud-Nutzung auseinandersetzen.
