IBM hat sein KI-Tool Bob um eine wichtige Variante erweitert. Bob ist ein Entwicklungsassistent, der speziell für die Arbeit mit COBOL entwickelt wurde, einer Programmiersprache, die in vielen Unternehmen, insbesondere in Finanzinstituten und Versicherungen, noch immer weit verbreitet ist. Das Tool nutzt künstliche Intelligenz, um Entwickler bei der Programmierung zu unterstützen, ähnlich wie andere KI-Codierungstools für moderne Sprachen.

Bisher war Bob hauptsächlich über Cloud-Services verfügbar. IBM hat erkannt, dass viele Unternehmen, besonders im Finanzsektor oder in regulierten Branchen, ihre sensiblen Daten und Entwicklungsprozesse nicht an externe Cloud-Plattformen übermitteln möchten oder dürfen. Deshalb bietet IBM Bob nun auch als selbstgehostete Version an, die Unternehmen in ihrer eigenen IT-Infrastruktur betreiben können.

Dies ist ein bedeutender Schritt für Organisationen mit strengeren Datenschutz- und Compliance-Anforderungen. Mit einer lokalen Installation behalten Unternehmen die vollständige Kontrolle über ihre Daten und Entwicklungsprozesse. Das ist besonders wichtig für Branchen wie Banken, Versicherungen oder öffentliche Institutionen, wo Datenschutz und Compliance zentrale Anforderungen sind.

Für KMUs mit umfangreichem COBOL-Bestand kann dies eine interessante Lösung darstellen. Viele dieser Unternehmen haben zugleich Schwierigkeiten, qualifizierte COBOL-Entwickler zu finden, da die Sprache in der modernen Ausbildung weniger Beachtung findet. Ein KI-Assistent wie Bob, der lokal verfügbar ist, könnte diese Lücke schliessen und die Produktivität bestehender Entwickler steigern, ohne dabei Compliance-Risiken einzugehen.