Die Europäische Union beschäftigt sich erneut mit einer grundlegenden Frage: Wer haftet, wenn künstliche Intelligenz Schäden verursacht? Diese Diskussion ist hochrelevant in einer Welt, in der KI-Systeme zunehmend geschäftskritische Entscheidungen treffen. Die EU hat sich bereits mit dem AI Act auf strikte Regulierung geeinigt, nun folgt die Klärung der Haftungsfragen.

Ein erster Gesetzentwurf zu diesem Thema war 2025 zurückgezogen worden, da Experten ihn als zu früh und zu unreif für die schnelllebige KI-Landschaft kritisierten. Inzwischen gibt es mehr Erfahrungen mit KI-Systemen in der Praxis, und die EU möchte jetzt eine bessere informierte Regelung schaffen.

Die zentrale Frage lautet: Wer trägt die Verantwortung und muss Schadensersatz leisten, wenn ein KI-System zu Fehlentscheidungen führt? Ist es der Entwickler des Modells, der Anbieter der Anwendung, oder das Unternehmen, das die KI einsetzt? Verschiedene Szenarien erfordern möglicherweise unterschiedliche Antworten. Denkbar sind auch Modelle mit gestaffelter Haftung oder Versicherungslösungen.

Für Unternehmen und KMU, die KI nutzen oder planen, diese einzusetzen, hat dies direkten Einfluss. Neue Haftungsregeln könnten bedeuten, dass Unternehmen beim Einsatz von KI-Systemen umfassendere Dokumentation, Risikoanalysen und möglicherweise Versicherungsdeckung benötigen. Sie sollten solche regulatorischen Entwicklungen im Auge behalten, um ihre KI-Strategie entsprechend anpassen zu können.