Österreich verschärft die Anforderungen für den Bau und Betrieb von Rechenzentren. Die Regierung schickt mehrere Gesetze in Begutachtung, darunter eine Änderung des Umweltverträglichkeitsprüfungsgesetzes (UVP-G), die Umweltprüfungen für Rechenzentren verpflichtend macht. Dies ist eine direkte Reaktion auf den rasanten Ausbau dieser energieintensiven Infrastrukturen.

Rechenzentren benötigen grosse Mengen Strom und Kühlwasser. Mit dem Boom der Künstlichen Intelligenz und Cloud-Computing nimmt ihre Zahl und ihr Energiehunger exponentiell zu. Die strikte Umweltprüfung soll sicherstellen, dass solche Projekte nicht unkontrolliert entstehen und lokale Auswirkungen auf Ressourcen und Umwelt berücksichtigt werden.

Parallel erlaubt Österreich erstmals die CO2-Speicherung, ein Verfahren zur unterirdischen Lagerung von Kohlendioxid. Dies könnte zu einem klimaneutralen Betrieb von Rechenzentren beitragen, indem man Emissionen abfängt und lagert, statt sie in die Atmosphäre freizusetzen. Diesen Ansatz verfolgen auch andere Länder zur Senkung von Netto-Emissionen.

Für österreichische und europäische Rechenzentren-Betreiber ist dies relevant: Neue oder erweiterte Anlagen unterliegen künftig strengeren Genehmigungsverfahren. Für Schweizer Unternehmen, die österreichische Rechenzentren nutzen oder planen, sollten diese neuen Anforderungen im Auge behalten werden, da sie sich auf Verfügbarkeit, Kosten und Genehmigungszeiträume auswirken können. Andererseits kann die CO2-Speicherung attraktiv für Betreiber sein, die ihre Emissionen kompensieren möchten.