Der russische Technologie-Konzern Yandex betreibt umfangreiche Rechenzentren, die nicht nur für legitime Dienste wie Suchmaschinen und Cloud-Services genutzt werden, sondern auch als Infrastruktur für Cyberkriminalität missbraucht werden. Nach Drohnenangriffen auf mehrere dieser Datenzentren ist die Menge des Malware- und Bot-Traffics, der von russischer Infrastruktur ausgeht, massiv gesunken.
Die Sicherheitsfirma Cloudflare, die Daten über globale Internet-Verkehrsmuster sammelt, hat diese Veränderung dokumentiert. Der Rückgang ist dramatisch und deutet darauf hin, dass ein erheblicher Teil der russischen Botnet- und Spam-Operationen direkt auf Yandex-Hardware aufsass oder über Yandex-Netzwerk-Infrastruktur lief.
Botnets sind Netzwerke von gehackten Computern oder Servern, die zentral gesteuert werden, um Angriffe, Spam, Malware-Verbreitung oder Datenmissbrauch durchzuführen. Sie sind ein zentrales Werkzeug der organisierten Cyberkriminalität. Die Tatsache, dass Yandex-Infrastruktur in diesem Umfang für solche Aktivitäten missbraucht wird, ist problematisch und zeigt, dass selbst grosse Technologie-Unternehmen in Ländern mit schwächerer Cybersecurity-Regulierung für illegale Aktivitäten Platz bieten.
Für IT-Sicherheit ist dieser Fall lehrreich: Er zeigt, wie konzentriert Cyberkriminalität ist und wie stark manche Teile der Infrastruktur davon abhängen. Wenn eine einzelne Infrastruktur-Gruppe aus dem Netz fällt, bricht ein grosser Teil der Operationen zusammen.
Für Unternehmen weltweit ist relevant, dass die Herkunftsregion der Infrastruktur einen massiven Unterschied macht. Systeme in Ländern mit starken Cybersecurity-Gesetzen und Durchsetzung sind für Kriminelle weniger attraktiv.
